Geldern: Ex-Linker will zur CDU
VON CORINNA KUHS - zuletzt aktualisiert: 14.10.2010 - 10:17Geldern (RPO). Das Gelderner Ratsmitglied Vural Parmak möchte die Seiten wechseln: Der Gastronom hat einen Aufnahmeantrag für die CDU gestellt. In den Rat gewählt wurde er als Linker, kurz nach der Kommunalwahl trat er aus der Partei aus.
Der Gelderner CDU-Stadtverband hat sich gegen die Aufnahme eines neuen Mitglieds entschieden: Nach intensiver Diskussion votierte die Mehrheit dafür, dass Vural Parmak vorerst kein CDU-Parteibuch bekommen soll. Der CDU-Kreisverband schloss sich dieser Entscheidung an. Vural Parmak sitzt bereits im Gelderner Stadtrat – als Parteiloser. In den Rat gewählt wurde er bei der Kommunalwahl im vergangenen Jahr auf dem Ticket der Linken. Aus deren Partei trat der 34-jährige Gastronom aber kurz nach der Wahl aus.
Auch bei SPD angefragt
Über den Sinneswandel Parmaks wundern sich nicht nur einige CDU-Mitglieder. Auch in der SPD staunte man, als durchsickerte, dass Parmak Christdemokrat werden will: Denn auch bei den Sozialdemokraten hatte der Gastronom angeklopft, wie SPD-Fraktionsvorsitzender Hejo Eicker auf RP-Nachfrage bestätigte: "Herr Parmak hat sich wegen einer Aufnahme an uns gewandt." Letztlich verlief das im Sande, dafür beobachteten die Sozialdemokraten, dass Parmak sich in eine andere Richtung bewegte: Er habe sich in der jüngsten Zeit auf einen anderen Platz im Rat gesetzt: "Erkennbar hat er die Nähe zur Mehrheitsfraktion gesucht und sitzt nun bei CDU-Mitgliedern", sagt Eicker.
Reine Formsache
Das Prozedere Normalerweise ist das Abnicken einer Neu-Aufnahme durch den CDU-Kreisverband reine Formsache, dieser schließt sich in der Regel den Stadtverbandsentscheidungen an.
Nach der Absage hat Vural Parmak seinen Antrag auf Aufnahme in die CDU wieder zurückgezogen.
Parmak selbst gab gestern keine Stellungnahme ab. Er möchte sich zu einem späteren Zeitpunkt äußern.
Manfred Lorenz, Geschäftsführer des CDU-Kreisverbandes, erklärt: "Der Kreisverband hat sich mit einem Aufnahmeantrag von Vural Parmak beschäftigt." Dabei sei man dem Votum des Gelderner CDU-Stadtverbandes gefolgt, dass man einer Aufnahme "zum jetzigen Zeitpunkt" nicht zustimmen könne. Der Stadtverband müsse nun entscheiden, wie er damit umgeht. Seinen Aufnahmeantrag habe Parmak nach dem Nein erst einmal wieder zurückgezogen. Für Stefan Wolters, Vorsitzender des Gelderner CDU-Stadtverbandes, ist der Fall auf der "parteipolitischen Schiene beendet". Parmak müsse schauen, wie er nun damit umgeht, ob er beispielsweise in der Fraktion mitarbeiten wolle, damit man "einander kennen lernen" könne. Die Diskussion über eine mögliche Aufnahme in die CDU habe sich der Stadtverband nicht leicht gemacht. "Aber von den Linken zur CDU sehe nicht nur ich, sondern ein Großteil der CDU einen sehr weiten Weg", sagt Wolters. Der CDU-Stadtverbandschef betont: "Persönlich gegen den Menschen Vural Parmak hat keiner etwas. Aber er ist ja nicht nur 14 Tage für die Linken aktiv gewesen, sondern Monate und hat auch Wahlkampf dafür gemacht."
"Nicht viel Gemeinsamkeit"
Vergleiche man die Wahlprogramme von Linken und der CDU, finde man "nicht viel Gemeinsamkeit". Dabei wäre ein Eintritt Parmaks in die CDU komfortabel: Er würde die Stimmenverteilung im Gelderner Rat ausgleichen: Die CDU hätte 20 Stimmen, SPD, FDP und Grüne zusammen ebenfalls. Zünglein an der Waage wäre bei heiklen Abstimmungen dann Bürgermeister Ulrich Janssen (CDU) als Vorsitzender des Rates. Dass der Stadtverband das Gesuch nicht abgesegnet hat, sei Zeichen der Ernsthaftigkeit der Diskussion, sagt Wolters: "Wir agieren nicht einfach nach der Maßnahme: ,Gut, eine Stimme mehr'. So sind wir nicht."
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