Kerken: Fabrik weicht Wohnungen
VON STEFAN KRIEGEL - zuletzt aktualisiert: 16.09.2010Kerken (RPO). Häuser auf dem Gelände der ehemaligen Färberei Lawaczek fallen der Abrissbirne zum Opfer. Die Arbeiten sollen im November beginnen. Das Haus Lawaczek und ein weiteres denkmalgeschütztes Gebäude bleiben stehen.
Wohnbebauung
Nutzung Für das Gelände der ehemaligen Färberei in Nieukerk könnten sich die Eigentümer für die Zukunft unter anderem eine Wohnbebauung vorstellen.
Suche Dafür werden noch Investoren gesucht.
Ansprechpartner Interessenten können sich an das Architekturbüro Schroers, Kleine Bleiche 28, in 47647 Kerken-Nieukerk, Tel. 02833 924414, wenden.
Der Ortskern von Nieukerk wird bald ein neues Gesicht bekommen. Denn fast alle Gebäude auf dem Gelände der ehemaligen Färberei Lawaczek sollen abgerissen werden. Natürlich bleiben das Haus Lawaczek an der Krefelder Straße und ein Haus im hinteren Bereich, das denkmalgeschützt ist, erhalten. Haus Lawaczek als Gründerhaus steht dem Historischen Verein für Geldern und Umgegend zur Verfügung.
Kerkens Bürgermeister Dirk Möcking und Architekt Dietmar Schröder vom Architekturbüro Schroers aus Nieukerk schilderten die bisherigen Planungen und blickten in die Zukunft. "Die Eigentümer des etwa 4800 Quadratmeter großen Geländes – eine Erbengemeinschaft mit Franz-Johann Bercker – geht sehr verantwortungsbewusst mit diesem Projekt um", ist der Bürgermeister überzeugt. Die Anwohner seien bereits persönlich durch den Eigentümer, einen Fachmann für Umweltberatung, Mitarbeiter des Architekturbüros und Mitarbeiter der Kerkener Verwaltung umfassend über die Baumaßnahme informiert worden. Denn bei dem so genannten Rückbau (Abriss) müsse mit Lärm und anderen Belästigungen gerechnet werden.
Gebäude sind geschützt
Die Abrissarbeiten wurden bereits vom Architekturbüro ausgeschrieben und stehen kurz vor der Auftragsvergabe. An- und umliegende Gebäude sind geschützt worden. So sollen die Arbeiten im November beginnen, spätestens jedoch im Frühjahr 2011. Der Architekt rechnet mit sieben Monaten Arbeitszeit für den Rückbau. Für die Zukunft könnte er sich dort Miet- und Eigentumswohnungen vorstellen. Sie sollen in mehrgeschossigen Häusern oder Reihenhäusern untergebracht werden. Insgesamt 37 Wohneinheiten seien dort möglich.
Das Haus Lawaczek wurde bereits 1858 von Bürgermeister Anton Pohl errichtet und schon vier Jahre später an Hermann Lawaczek verkauft. Bis heute ist es im Besitz dieser Familie und trägt daher den Namen "Haus Lawaczek". Der Kauf des Haues 1862 war ein wichtiger Schritt in der Entwicklung der Nieukerker Färberei Lawaczek. So wurde die Produktion von der Lappstraße an die Hochstraße (heute Krefelder Straße) verlagert. Die Arbeitsstätten der Färberei wurden erheblich ausgeweitet.
Vermutlich 1864 baute Hermann Lawczek das älteste, noch vollständig erhaltene Firmengebäude. Es bildet zusammen mit dem Wohnhaus aus dem Jahr 1858 und zwei schmalen Quertrakten, die rechts- und linksseitig beide Gebäude miteinander verbinden, einen Innenhof. Außergewöhnlich ist die Zweigeschossigkeit, die seit dem Aufkommen der mehrstöckigen Fabrikgebäude Ende des 18. Jahrhunderts in der Regel nur für Spinnereizwecke geeignet schienen. Es folgten im Laufe der Jahre noch einige kleine Anbauten.
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