Wachtendonk: Fall Mirco: "Das ist unfassbar"
VON CHRISTIAN BREUER - zuletzt aktualisiert: 07.09.2010 - 10:38Wachtendonk (RPO). Auf der Suche nach dem zehnjährigen Mirco aus Grefrath durchkämmte die Polizei gestern auch Gebiete in Wachtendonk. Dort sind die Einwohner erschüttert, dass ein kleiner Junge aus dem Nachbarort verschwunden ist.
Unbeschwertes Kinderlachen hallt von den Häuserwänden wider. Die Grundschüler in Wachtendonk haben gerade Schulschluss und freuen sich auf den sonnigen Spätsommertag. Nur wenige Kilometer entfernt durchstreifen zur selben Zeit Polizisten ein Maisfeld, sie suchen den zehnjährigen Mirco aus Grefrath, der seit Freitag vermisst wird.
"Das ist unfassbar, dass so etwas direkt hier vor unserer Haustür passiert", sagt Rosemarie Drescher aus Wachtendonk. Die Schülerlotsin hilft den Kindern, die gerade aus der Schule kommen, über die Straße. "Ich habe das Gefühl, dass heute mehr Eltern als sonst ihre Kinder mit dem Auto abholen", hat sie beobachtet.
Die Suche nach Mirco
Der zehnjährige Mirco wird seit Freitagabend vermisst, seit er von einer Skateranlage in Grefrath nicht nach Hause gekommen war. Sein Fahrrad wurde gefunden, in der Nähe ein dunkler Kombi beobachtet. Insbesondere diese Spur verfolgt die Polizei besonders intensiv.
In der Schule thematisiert
Schnell mischen sich ein paar Schüler in das Gespräch ein. "Wir haben in der Schule über den vermissten Jungen gesprochen", erzählen zwei Mädchen. Ihre Eltern hätten ihnen schon vorher gesagt, dass sie nicht zu fremden Leuten ins Auto steigen sollen – doch auch in der Schule wurden sie jetzt nochmals eindringlich davor gewarnt. "Wir sollen auch nicht so lange draußen bleiben", berichten die Kinder, was sie an dem Morgen besprochen haben.
Rosemarie Drescher und ihre Schülerlotsen-Kollegin Nadine Tekath wissen jedoch, dass all' diese Warnungen manchmal nichts bringen. "Man weiß doch, wie schnell Kinder für etwas zu begeistern sind und dann eben doch in ein Auto einsteigen", sagen sie.
Währenddessen geht die Suche nach Mirco weiter. Am Wochenende hatten Suchhunde eine Spur bis nach Vorst verfolgt, dort aber wieder verloren. Am Montag konzentrierte sich die Polizei darauf, den Hinweisen aus der Bevölkerung nachzugehen. "Wir erleben hier eine sehr hohe Anteilnahme und bekommen viele Hinweise", sagt Polizeisprecherin Antje Heymanns, während ihre Kollegen ein Feld mit mannshoch gewachsenem Mais durchstreifen. Ein Anrufer hatte in der Nähe ein verdächtiges Auto gesehen. "Jeder Hinweis kann entscheidend sein", sagt Antje Heymanns. Die Standard-Suchmaßnahmen – wie etwa mit dem Hubschrauber – seien erfolglos gewesen. Die Polizeispecherin hofft auf weitere Hilfe der Bürger: "Wir sind auf die Bevölkerung angewiesen!"
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