Geldern: „Fast nix“ wird nochmals teurer
VON ULLI TÜCKMANTEL - zuletzt aktualisiert: 06.11.2007Geldern (RPO). Die Stadt Geldern muss für den Kreisverkehr am Harttor und die Bauarbeiten am Nordwall nochmals rund 50 000 Euro mehr bezahlen als veranschlagt. Trotz mehrfacher Nachfragen sei das Rathaus nicht informiert worden.
Der Gelderner CDU-Fraktionsvorsitzende Hein Lemmen muss seine Vorstellung von „fast nix“ noch einmal nach oben korrigieren: Nachträglich wird der umstrittene Kreisverkehr am Harttor erneut teurer. Der Rat soll in seiner heutigen Sitzung drei Nachzahlungen für Bauarbeiten am Kreisverkehr, aber auch am Nordwall zustimmen. Zu allen drei Posten erklärt das Rathaus: „Trotz mehrfacher Nachfragen ist die Stadt Geldern über diese Kostensteigerungen während der Bauzeit nicht informiert worden.“
Noch mal 50 Prozent oben drauf
Als der Rat im November 2006 dem Bau des Kreisverkehrs auf der gerade erst fertiggestellten Kreuzung zustimmte, fasste CDU-Fraktionschef Hein Lemmen den Sachstand schmallippig so zusammen: „Wir bauen einen Kreisverkehr, und der kostet uns fast nix. Ich weiß jetzt, was nix ist.“ Statt 50 000 Euro sollte der Kreisverkehr damals 226 000 Euro plus 12 000 Euro für neue Straßenlaternen kosten. Nun kommen über 50 Prozent des einst veranschlagten Kostenanteils der Stadt noch einmal oben drauf. Per Dringlichkeitsentscheidung haben Bürgermeister Ulrich Janssen und Ratsmitglied Johannes Smitmans (CDU) bereits einer Mehrausgabe von 15 000 Euro (bereits bezahlt: 50 000 Euro) für den Regenwasserkanal unter der Kreuzung zugestimmt. „Nach einer jetzt vorgenommenen Prüfung“ habe der Landesbetrieb Straßen eine Kostensteigerung von 435 000 auf 507 000 Euro und somit auch eine Steigerung des städtischen Anteils ermittelt. Für die Erneuerung der Straßenbeleuchtung soll die Stadt statt 38 000 nun 48 000 Euro bezahlen.
Und auch für die Umgestaltung des Nordwalls einschließlich der Kreuzung von Nordwall, Westwall, Harttor und Hartstraße will der Landesbetrieb nachträglich mehr Geld: Zusätzlich zum Haushaltsansatz von 442 000 Euro nochmals 23 500 Euro. Die ursprüngliche Rechnung war der Stadt am 2. Juli zur Auszahlung vorgelegt worden. Nach erneuter Prüfung der Rechnungen durch den Landesbetrieb habe sich ein höherer Auszahlungsbetrag ergeben „als bisher irrtümlich angenommen wurde“.
Kreisel funktioniert
Trotz aller Kritik im Vorfeld funktioniert der Kreisverkehr am Harttor offenbar bislang unfallfrei. Vor dem Umbau galt die Kreuzung bei der Kreispolizei als Unfallschwerpunkt: 2006 ereigneten sich dort 27 Unfälle mit zwei Schwerverletzten und 17 leicht verletzten Personen.
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