Geldern: FDP protestiert mit T-Shirt
VON CHRISTIAN HERRENDORF - zuletzt aktualisiert: 21.05.2008Geldern (RPO). Die Liberalen in Geldern haben ihre Position zum Bahnhofsumfeld auf ein Hemd drucken lassen: „Steuergeldgrab“ steht darauf. Die spaßige Idee hat für die FDP aber einen ernsten Hintergrund.
Die Idee zu ihrer jüngsten Idee verdankt die Gelderner FDP der Gelderner CDU. Die hatte Anfang des Jahres einen Namenswettbewerb für den neuen Stadtteil auf den Bahnflächen ausgerufen. Ein der FDP näher stehender Bürger schlug daraufhin „Steuergeldgrab“ vor, reichte die Anregung aber nicht bei den Christdemokraten, sondern bei den Liberalen ein. Denen gefiel die Idee so gut, dass sie um den Begriff herum ein Hemd entwarfen: „Wo geht’s denn hier zum Steuergeldgrab?“ steht oben auf dem T-Shirt. Darunter befindet sich ein Wegweiser mit der Aufschrift „Links, rechts und vielleicht auch geradeaus“. Links und rechts hinter der geplanten Unterführung sollen künftig Finanzamt und Polizei beheimatet sein, „geradeaus“ hoffen die Planer in der Gelderner Verwaltung auf bis zu 1000 Bürger.
Das Bahnhofsumfeld
Was bisher geschah Der Rat hat beschlossen, das Gelände hinter dem Bahnhof als neuen Stadtteil für bis zu 1000 Bürger zu entwickeln.
Was im Moment geschieht Die Gelderner CDU übergibt heute ab 18 Uhr auf der Fußgänger-Brücke am Bahnhof Namensvorschläge für den neuen Stadtteil an Bürgermeister Ulrich Janssen.
Was demnächst geschieht Am 2. Juni beginnen die Bauarbeiten auf den Bahnflächen, sie dauern voraussichtlich bis Ende September.
„Gutachten falsch“
Das T-Shirt der Gelderner FDP erinnert an Aufsehen erregende Aktionen der Bundes- und Landespartei, vom „Guidomobil“ bis zur 18-Prozent-Kampagne auf der Schuhsohle. Während diese Aktionen aber ausschließlich auf den Effekt setzten, betonen die Gelderner Liberalen ihre Argumente dahinter. „Zu den Bahnflächen gibt es zwei Gutachten, die aber gehen von falschen Voraussetzungen aus“, sagt Alexander Alberts, FDP-Mitglied im Ausschuss für die Entwicklung des Bahnhofsumfelds. Das Gutachten gehe zum Beispiel davon aus, dass die Erschließung von einem Investor getragen werde. Da aber Polizei und Finanzamt als Erstes in den neuen Stadtteil ziehen, trage die Stadt einen Teil der Erschließungskosten.
Kanäle statt Grachten
„Auch die geplanten Wasserstraßen berücksichtigt das Gutachten nicht“, sagt FDP-Fraktionschef Stefan Bellgardt. „Wir meinen, dass Kanäle bei der Einrichtung genauso teuer und später in der Unterhaltung günstiger als die Grachten sind. Die Grachten müssen sauber und deren Pumpen instand gehalten werden.“
Der Gelderner Parteivorsitzende Jörg Ingendae bringt noch einen dritten Punkt in die Diskussion. „Es muss im Vorfeld klar sein, ob und wie gefährlich die geplanten Seen am Finanzamt sind“, sagt er. Wenn sie so gefährlich seien, dass ein Zaun erforderlich sei, müsse der Rat seine Entscheidung für die Seen neu bedenken, um dort kein Geld zu verschwenden.
Bisher hat die FDP das T-Shirt nur für sich selbst gedruckt – schließt aber weitere Lieferungen nicht aus. Interessenten bittet die Partei, über die Internet-Seite www.fdp-geldern.de Kontakt mit ihr aufzunehmen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum


