Geldern: Feuerwehr wirbt um neue Mitglieder
VON TIMO STEPPAT - zuletzt aktualisiert: 13.09.2010Geldern (RPO). Die Handzettel, die die Feuerwehr Geldern seit einigen Monaten verteilt, sehen eindrucksvoll aus. Im Hintergrund lodert ein Feuer, und aus den Flammen kommt ein Feuerwehrmann im silberfarbenen Schutzanzug, mit Löschpistole im Anschlag. "Technik & Action. Helfen & Retten" verspricht man da. Feuerwehr, das sei "mehr als ein Hobby". Die Werbung richtet sich an junge Menschen, an all jene, die sich für ein Ehrenamt im Löschzug begeistern könnten. Grund für so viel Werbung ist der Mitgliederschwund speziell im Löschzug Geldern Stadt.
"Eine Art Berufung"
Am Samstag lud man zum Info-Tag in das Gerätehaus, um das "Abenteuer Feuerwehr" zu demonstrieren. 15 Interessierte haben sich inzwischen für die Gelderner Wehr gemeldet. Die Suche, speziell für die Innenstadt, geht weiter. Andreas Spolders ist seit zwölf Jahren bei der Feuerwehr. "Feuerwehrmann zu werden, das ist eine Art Berufung", sagt er. Gefragt, ob die Arbeit auch Spaß macht: "Es ist zunächst eine wichtige Aufgabe und eine große Verantwortung." Keiner will hier etwas idealisieren: Feuerwehr, das ist in erster Linie viel Arbeit. Rund 120 Einsätze fährt die Gelderner Wehr. "Die Arbeit befriedigt einen sehr", erklärt Spolders.
Um Mitglied der Feuerwehr zu werden, muss man Kurse ableisten – insgesamt rund 78 Stunden Lehrgänge. Diese seien wichtig, schließlich müsse man wissen, was man tut, heißt es. Die 15 Interessierten, die sich gemeldet haben, sind zwischen 18 und 20 Jahren alt. Ob sie bei den Gelderner Feuerwehrleuten bleiben, ist noch längst nicht entschieden. 90 Prozent blieben in der Regel, wenn sie einmal angefangen haben. "Einige stehen noch vor dem Beginn ihrer beruflichen Laufbahn und ziehen eventuell um", erklärt Wehrleiter Hans-Willi Lackmann. "Die meisten melden sich in der Stadt, in die sie ziehen, bei der örtlichen Löschgruppe", erzählt Stellvertreter Reiner Gilles. Auf diese Weise bekommen auch die Gelderner immer wieder Unterstützung von außerhalb.
Am gesamten Nachmittag wurden immer wieder Brandübungen durchgeführt. Dabei zeigte sich, welche Gefahren im Haushalt lauern. Eine Spraydose, die für kurze Zeit im Feuer steht, explodiert. Besonders die enthaltenen Teile werden zu gefährlichen Geschossen. "Und wenn ich im Sommer mal eine Dose im Auto vergesse?", fragte eine Frau. Zur Explosion kann es dann auch kommen, da Temperaturen von 70 Grad ausreichen.
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