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Gelderland: Feuerwehren rücken zusammen

VON MARC CATTELAENS UND STEFAN KRIEGEL - zuletzt aktualisiert: 31.10.2009

Gelderland (RPO). Die Feuerwehren im Gelderland haben tagsüber große Probleme, rechtzeitig mit ausreichend Personal an die Brandstellen und Unfallorte zu kommen. Es gibt Wartelisten bei den Jugendfeuerwehren.

Rechtzeitig ausreichend Leute an die Unglücksstellen zu bringen, das ist für die Feuerwehren des Gelderlandes nicht immer einfach.   Foto: RPO
Rechtzeitig ausreichend Leute an die Unglücksstellen zu bringen, das ist für die Feuerwehren des Gelderlandes nicht immer einfach. Foto: RPO

Immer wieder werden Klagen laut, dass Feuerwehren zu viel Zeit benötigen, um rechtzeitig an Brände zu kommen. Außerdem soll hinsichtlich der Schlagkraft tagsüber nicht alles im grünen Bereich sein.

"Wir haben das Problem, tagsüber ausreichend Mitglieder der Wehr rechtzeitig an die Brände zu bekommen", sagt Karl Hans, Gemeindebrandmeister in Issum. Das liege daran, dass zahlreiche Feuerwehrleute in anderen Städten und Gemeinden beschäftigt sind oder aber von ihren Arbeitgaben keine Freigabe erhalten.

Modernes Fahrzeugkonzept

"Wir begegnen diesen Problemen mit effektiven Einsatzplänen und einem modernen Fahrzeugkonzept", berichtet der Wehrleiter. Außerdem rückten bei einem Alarm gleichzeitig die Löschzüge aus Issum und Sevelen aus. Nachwuchssorgen hat der Issumer nicht, denn in seiner Jugendfeuerwehr befinden sich 22 Mitglieder. "Das reicht auch. Mehr als 25 Jugendliche können wir nicht betreuen", betont Hans.

Info

Einsatzkräfte

In der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Issum gibt es 36 aktive Mitglieder im Löschzug Issum und 38 in Sevelen.

Kerken In der Gemeinde Kerken sind 144 Wehrmänner aktiv. Hinzu kommen 32 in der Ehrenabteilung.

Geldern Die Gelderner Wehr hat insgesamt 225 aktive Mitglieder. Dazu kommt noch die Ehrenabteilung.

Ähnliche ist die Situation in der Gemeinde Kerken. "Das Problem der fehlenden Wehrmänner tagsüber besteht seit Jahren und ist landesweit", erklärt Gemeindebrandmeister Theo Cuypers. Zu Einsätzen zieht er bereits seit Jahren seine Mitglieder aus verschiedenen Löschgruppen zusammen. "Im Brandfall kommen beispielsweise sechs Wehrmänner aus Nieukerk, vier aus Aldekerk und weitere aus Winternam. Dann habe ich nach dem Brandschutzbedarfsplan innerhalb der geforderten acht Minuten zehn Mann und in 13 Minuten 16 Leute am Einsatzort", berichtet der Brandmeister. Doch mit einem einzelnen Löschzug könne er das heute nicht mehr erreichen. Cuypers ist ebenfalls stolz darauf, 25 Mitglieder in der Jugendfeuerwehr zu betreuen. "Wir mussten sogar eine Warteliste anlegen", erzählt der Kerkener.

Ähnlich entspannt sieht es in Geldern aus, zumindest, was den Nachwuchs angeht. "Auch wir haben eine Warteliste für die Jugendfeuerwehr", sagt Feuerwehrchef Hans Willi Lackmann. Die Löschgruppe Geldern Mitte könne jedoch dringend junge Leute gebrauchen, die sich dort engagieren. Lackmann: "Die Löschgruppe sucht händeringend."

Lange habe man das Problem gehabt, dass bei Einsätzen tagsüber nicht genügend Leute zur Verfügung gestanden haben. Dieses sei inzwischen mit Hilfe einiger Reformen behoben. "Wir haben Veränderungen in der Alarm- und Ausrückordnung der Stadt beschlossen", erläutert Lackmann. So ermögliche es die Stadt Mitarbeitern, jederzeit mit einem Fahrzeug für einen Einsatz auszurücken. Seit einiger Zeit ist es so, dass bei Einsätzen höherer Gefahrenstufe immer die Gelderner Wehr und zwei Löschgruppen aus den Ortschaften ausrücken. Keine Probleme habe die Wehr in aller Regel damit, rechtzeitig am Einsatzort zu sein. "In mindestens 80 Prozent der Fälle sind wir in 13 Minuten am Einsatzort", berichtet der Wehrführer. Im nächsten Jahr steht eine Überprüfung der Einsatzfähigkeit an. Lackmann beunruhigt das nicht: "Ich sehe dem gelassen entgegen."

Quelle: RP

 
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