Wachtendonk: Frust-Trip mit Ryanair
VON ANDREAS GRÖHBÜHL - zuletzt aktualisiert: 08.09.2008Wachtendonk (RPO). Michaela Quay wollte einen schönen Tag in London verbringen. Stattdessen erlebte sie einen nervenaufreibenden Tag mit Mitarbeitern der irischen Fluggesellschaft. Sie schimpft: „Das ist eine Service-Wüste.“
Es hätte ein so schöner Tag werden können. Michaela Quay und ihre Freundin hatten sich mit Bekannten in London verabredet, den Flug bei Ryanair lange im Voraus gebucht. Um 6.50 Uhr sollte das Flugzeug vom Weezer Boden abheben. Doch der Tag endete nicht in einem Londoner Pub mit den britischen Freunden, sondern mit zwei frustrierten Freundinnen aus Wachtendonk. Schuld daran „ist die Service-Wüste Ryanair“, klagt Michaela Quay.
Neun Stunden Verspätung
Wegen eines Unwetters hatte ihr Flieger neun Stunden Verspätung. Als sie das auf den Displays im Flughafen sahen, stand für die beiden Wachtendonkerinnen fest, dass sich der geplante Tagestripp nicht lohnen würde. Also wollten sie umbuchen. Vor dem Schalter spielten sich eine chaotische Szene ab. „Ein Mann aus Schweden bekam einen cholerischen Anfall. Er war bereits über Belgien und dann mit dem Bus nach Weeze umgeleitet worden.“
Nachtlande-Verbot
Das Flugzeug, das Michaela Quay nach London hätte transportieren sollen, hatte Verspätung, weil ihm die Luftaufsicht eine Nacht zuvor keine Nachtlandung für Weeze erlaubte. Ryanair musste in Lüttich (Belgien) landen. Die Maschine musste von dort erst nach Weeze fliegen, um von dort gen London starten zu können.
Der Schwede fragte nach Verzehrgutscheinen, doch die Dame am Schalter teilte ihm mit, dass es die erst ab 9 Uhr zu den Bürozeiten gebe. Der Mann und anscheinend auch die Service-Mitarbeiterin wussten nicht, dass Passagiere, deren Flug umgeleitet worden ist, ihre Ausgaben bei der Fluglinie einreichen können. Einen Gutschein braucht man nicht. „Die Frau am Service-Desk war einfach überfordert“, meint Michaela Quay. Da kamen bei der 45-Jährigen erste Zweifel am Service von Ryanair auf. Die bestätigten sich, als sie selbst an der Reihe war. Die Dame erklärte ihr nämlich, dass man bei Ryanair nur fünf Tage im Voraus umbuchen könne, und nicht wie gewünscht auf den gleichen Tag eine Woche später – also sieben Tage im Voraus. Michaela Quay und ihre Freundin ließen den Flug stornieren und zogen ab.
Zuhause riefen sie bei der Ryanair-Hotline an – für 0,65 Euro pro Minute. „Da kommt zuerst eine deutsche, dann englische und schließlich niederländische Telefonansage. Währenddessen tickt der Gebührenzähler“, ärgert sich die 45-Jährige. Als sie endlich eine menschliche Stimme am anderen Ende der Leitung hatte, sagte diese ihr, die Freundinnen hätten sehr wohl sieben Tage im Voraus umbuchen können. Doch sie selbst sei gar nicht zuständig, sondern die Zentrale. Der Anruf dort kostete Michaela Quay 1,86 pro Minute.
Diesmal war – nach erneut langem Warten – ein Mann am Apparat. „Der wusste überhaupt nichts davon, dass der Flug später fliegen sollte. Und die Stornierung unseres Fluges war ihm auch nicht bekannt“, schüttelt Michaela Quay den Kopf. „Insgesamt habe ich 20 Euro vertelefoniert. Jetzt weiß ich, warum die Ryanair-Flüge so billig sind.“
Die irische Fluggesellschaft bedauert, dass Michaela Quay eine falsche Auskunft erteilt wurde. Denn bei „gravierenden Eingriffen in den operationellen Flugbetrieb“ könnten Umbuchungen vorgenommen werden. Diese Auskunft hätte Michaela Quay einigen Frust erspart.
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