Geldern: Gerüchte ums alte Kaufhaus
VON ANDREAS BUCHBAUER - zuletzt aktualisiert: 30.07.2010Geldern (RPO). In Geldern wird spekuliert, dass ein Investor für das Hertie-Haus gefunden sei und Gespräche mit einem potenziellen Mieter laufen. Dabei soll es sich um ein Textil-Kaufhaus handeln. Offiziell bestätigen möchte das noch niemand.
Hilda Fogel hätte nie gedacht, dass sie diesen Satz einmal ausspricht. "Die Glockengasse ist so gut wie tot", sagt die Inhaberin des Geschäfts "H+F". Seit 25 Jahren ist ihr Laden in der Glockengasse beheimatet. Seit der Hertie-Schließung gibt es kaum noch Laufkundschaft.
Jetzt sucht Hilda Fogel nach zentraler gelegenen Räumen. Ein Umzug, der nach einem Vierteljahrhundert weh tut. Doch möglicherweise muss sie gar nicht umziehen: In der City kursieren Gerüchte, wonach ein Investor für das ehemalige Hertie-Gebäude gefunden sei und Gespräche mit einem potenziellen Mieter laufen. Ein Abschluss würde die Innenstadt samt der meist kundenleeren Glockengasse beleben.
Hertie
Im März 2007 eröffnete Hertie seine Filiale in Geldern. Am 8. August 2009 schloss das Geschäft, nachdem der Konzern Insolvenz angemeldet hatte. Die Auflösung aller Hertie-Filialen sowie der Konzernzentrale in Essen-Kettwig wurde am 20. Mai 2009 bekanntgegeben.
Früher betrieb Karstadt in dem Gebäude in Geldern ein Warenhaus.
Kein Dementi
Nach RP-Informationen gibt es tatsächlich Bewegung um die Immobilie. Offenbar handelt es sich um mehr als ein Gerücht. Eine offizielle Bestätigung gibt es zwar noch nicht. Ein Dementi allerdings bleibt ebenfalls aus. Stattdessen ist verdächtig oft "Kein Kommentar" zu hören. Nicht selten heißt das: Es ist was dran.
Auch die Stadt weist darauf hin, zum Thema derzeit nichts sagen zu wollen. Man werde, so Stadtsprecher Herbert van Stephoudt, möglichen Investoren und neuen Mietern bei Überlegungen zu einer Umgestaltung des Gebäudes beratend und unterstützend zu Seite stehen. Van Stephoudt sagt in diesem Zusammenhang oft "sollte" und "würde". Mehr ist ihm nicht zu entlocken.
Weniger nebulös fällt die Reaktion bei einem Telefongespräch mit der "Diam Ltd. Grosvenor Gardens" aus, deren Nummer auf einem Schild am Hertie-Gebäude prangt. Man wisse nicht, ob man schon etwas offiziell sagen dürfe, und verweist an die Besitzer, die britische Dawnay Day International Limited in London. Dort allerdings sind Ansprechpartner, die Auskünfte geben könnten, nicht zu sprechen. Ein Rückruf bleibt aus. Auch der Versuch, per E-Mail Kontakt aufzunehmen, bleibt unbeantwortet.
Hinter vorgehaltener Hand allerdings gibt es in Geldern bereits Spekulationen, welcher Mieter in das alte Hertie-Gebäude einziehen könnte. Nach Informationen unserer Zeitung spricht Einiges dafür, dass es sich um ein Textil-Kaufhaus handeln soll. Konkrete Namen möchte niemand kommentieren.
Für die Glockengasse wäre ein Hertie-Nachfolger von großer Bedeutung. Das sieht auch Hilda Fogel so. "Es wäre wichtig, dass das Hertie-Haus wieder Kunden anlockt", sagt sie. Die Schilder mit der Aufschrift "Räumungsverkauf" bleiben dennoch im Schaufenster ihres Geschäfts hängen. Den Umzug hat sich Hilda Fogel reiflich überlegt.
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