Geldern: Geschenke im Sommer kaufen
VON MARC CATTELAENS - zuletzt aktualisiert: 01.12.2008Geldern (RPO). Der Geldrianer lässt sich Weihnachten nicht vermiesen, weder von Finanz-, noch von Wirtschaftskrise. Das ergibt eine RP-Umfrage in der Innenstadt. So mancher Sparfuchs ersteht sein Präsent jedoch lieber zu „unchristlicher“ Zeit.
Bis Weihnachten ist es noch eine lange Zeit. Das findet zumindest Sandra Brosch aus Kevelaer. Sie war in der Gelderner Innenstadt unterwegs – aber nicht um Weihnachtsgeschenke zu kaufen. „Die Geschenke für meine Lieben, kaufe ich immer erst relativ kurz vor dem Fest. In diesem Jahr werde ich vor allem Anziehsachen für die Kinder kaufen“, sagt Brosch. Mehr als sonst will sie dafür nicht ausgeben – aber auch nicht weniger, ganz gleich, ob Deutschland zurzeit in der Wirtschaftskrise steckt oder nicht.
Ganz ähnlich hält es auch Helmut Brauers aus Veert. Auch er hat die Weihnachtsgeschenke noch nicht gekauft. Ihm stehe in etwa das gleiche Budget wie im vergangenen Jahr zur Verfügung. Deswegen will er auch in etwa gleich viel für die Weihnachtsgeschenke ausgeben wie 2007. Wirtschaftskrise hin, Rezession her – „wir sind da Optimistien“, sagt Brauers. Am wichtigsten sind ihm die Geschenke für seine Enkelkinder. „Sie bekommen Praktisches wie Anziehsachen, aber natürlich auch Spielsachen“, berichtet der Großvater. Auf besondere Angebote kurz vor Weihnachten spekuliert er nicht. „Ich glaube nicht, dass die Preise kurz vor dem Fest stark herunter gehen“, sagt Brauers.
Die Verpackung macht’s
Laut einer Umfrage des Meinungs forschungsinstitutes GfK legen fast 50 Prozent der befragten Frauen besonders viel Wert auf eine stilvolle Verpackung. Dafür nehmen sie sich laut Umfrage bis zu zwei Stunden Zeit, 38 Prozent von Ihnen sogar über vier Stunden. Männer betreiben einen deutlich geringeren Aufwand. 72 Prozent brauchen weniger als zwei Stunden, um ihre Geschenke zu verpacken.
Zuversichtliche Geschäftsleute
Ähnlich zuversichtlich wie Brauers sind die Geschäftsleute: Der deutsche Einzelhandel erwartet trotz Rezession ein zufriedenstellendes Weihnachtsgeschäft. Die Konsumlaune der Bundesbürger habe sich nicht verschlechtert, erklärte kürzlich der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE). Zu Weihnachten spielten neben den Einkommen auch „Gefühle und Stimmungen“ sowie das Wetter eine Rolle, sagte HDE-Präsident Josef Sanktjohanser. Die Umsätze könnten laut HDE gegenüber 2007 leicht steigen. Um die Kauflaune der Bürger zu verbessern, forderte der Verband niedrigere Einkommenssteuern.
Der Forderung nach Steuersenkungen schließt sich auch eine ungenannt bleibend wollende Geldrianerin an. „Gerade wir Rentner haben es schwer. Früher gab’s noch Weihnachtsgeld, das waren noch rosige Zeiten. Heute muss ich mir mein Geld gut einteilen. Vor allem die Preise für Energie sind viel zu hoch“, sagt die Frau. Für den Weihnachtsgeschenke-Kauf hat sie eine besondere Taktik: Sie kauft, wenn Weihnachten vorbei ist – fürs nächste Fest. „Nach Weihnachten wird vieles günstiger“, weiß die Geldrianerin aus Erfahrung. Es könne durchaus auch schon mal vorkommen, dass sie Weihnachtsgeschenke im Sommer kauft. „Warum denn nicht?“
Eine Issumerin wuchtet ein riesiges Paket in ihr Auto. „Wir haben uns einen Flachbildfernseher geleistet“, verrät die Frau. Das Angebot sei so günstig gewesen, da habe sie einfach zugreifen müssen. Dann kann das Warten aufs Christkind ja nun im Breitbildformat stattfinden.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum


