Kreis Kleve: Gründer-Erfolg auf Sendung
VON LUDGER DISTELKAMP - zuletzt aktualisiert: 21.10.2006Kreis Kleve (RPO). Es gibt ihn nicht, den klassischen Weg in die Selbstständigkeit als Unternehmer. Beispiele dafür sind der 37-jährige Metallbaumeister Christian Bollmann aus Rees und der 32-jährige Kfz-Mechanikermeister Norbert Koenen aus Wachtendonk. Sie berichten über ihren Werdegang beim „Kreis Klever Gründerradio“, das RP und Antenne gemeinsam mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Kreis Kleve GmbH (WFG) präsentieren. Bollmann und Koenen wollen Mut machen, den Weg der Existenzgründung zu beschreiten.
Arbeitslosigkeit, Meisterprüfung und als 50-prozentiger Teilhaber Einstieg in einen Betrieb, ehe Bollmann die Firma übernahm. Das sind die Stationen des 37-jährigen Unternehmers. Geholfen hat ihm auch die Arbeitsagentur. Sie habe Überbrückungsgeld als Zuschuss zur Sozialversicherung und für sechs Monate weiterhin das Arbeitslosengeld gezahlt, informiert Bollmann. Er hat mittlerweile zwei Arbeitsplätze geschaffen, darunter einen Ausbildungsplatz.
Ohne Familie läuft nichts
Dagegen war es schon immer der Wunsch von Norbert Koenen, eine Firma zu gründen. Der 32-jährige Kfz-Elektriker und Kfz-Mechanikermeister wagte diesen Schritt vor zwei Jahren. Heute beschäftigt er zwei Mitarbeiter. Koenen erinnert sich noch an die ersten vier Wochen seines Unternehmerdaseins. „Ich hatte zwar mit dem Steuerberater alles abgeklärt, damit die Sache gut läuft“, so der 32-Jährige. Aber in den ersten vier Wochen habe er Angst gehabt, genügend Aufträge zu bekommen, um Geld zu verdienen und um die Schulden abzutragen „Ich bin nachts aufgewacht und habe gedacht: Wie kann ich alles bezahlen“, sagt Koenen. Sein Ratschlag an künftige Existenzgründer lautet: „Die finanzielle Seite muss geklärt sein. Und die Familie muss hinter einem stehen.“
Geschäftsplan ist nötig
Diese Faustformel bestätigt Mario Goedhart. Der Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) im Kreis Kleve hat in seiner dienstlichen Laufbahn 12 000 Menschen beim Weg in die Selbstständigkeit geholfen.
Der Existenzgründer sollte zunächst einen Geschäftsplan aufstellen. Der sei Voraussetzung für den Erfolg und die Basis, um Kredite und Fördermittel bei Banken zu erhalten. Wie dieses Zahlenwerk aufgestellt wird, dazu erhalten Interessierte zweimal wöchentlich Tipps bei der IHK. Wer Anregungen für die Selbstständigkeit bekommen möchte, erhält nach einem Anruf bei der Kammer in Kleve, Telefon 0 28 21 / 2 22 33, einen Termin mit Goedhart.
Existenzgründungen sind noch gefragt, ob in Facheinzelhandel oder Gastronomie. Das berichten die Wirtschaftsförderer von Goch, Rüdiger Wenzel, und Wachtendonk, Arne Schneiders, vor dem Antenne-Mikro.
WFG-Geschäftsführer Hans-Josef Kuypers ermuntert Existenzgründer, sich bei ihm und seinem Team zu melden: „Die Beratungen sind kostenlos.“ Die zweite Sendung „Gründerradio“ mit jeder Menge Praxis-Tipps wird am Sonntag, 22. Oktober, von 9 bis 10 Uhr auf Antenne Niederrhein ausgestrahlt.
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