Wachtendonk: Grüner Brückenschlag
VON MICHAEL KLATT - zuletzt aktualisiert: 03.11.2009Wachtendonk (RPO). Mit einem Wanderweg und einem Waldstreifen sollen Wankum und Wachtendonk verbunden werden. Der politische Wille ist da, doch wichtige Fragen sind noch offen. Ab Frühjahr sollen die ersten Bäume kommen.
Bäume finanzieren
Idee Der Verkauf von Waldwertpapieren hängt zusammen mit dem Diözesanjungschützentag, der im Juni in Wachtendonk stattfand. Bisher sind etwas mehr als 2000 Stück verkauft.
Preis Eine Urkunde kostet fünf Euro und finanziert den Kauf eines Baumes.
Verkauf In 27 Filialen der Volksbank an der Niers, bei Bernd Trienekens, Gelinter Straße, und bei Manfred Gutzke, Alter Gelinter Weg (beide Wachtendonk).
Von Ost nach West soll sie gebaut werden, die grüne Verbindung zwischen Wankum und Wachtendonk. Ungefähr dem Verlauf des Dorfbachs folgend. "Das wird wirklich attraktiv", ist sich Bürgermeister Udo Rosenkranz sicher. "Es ist ein lang gehegter Wunsch des Rates", ergänzt Bauamtsleiter Arne Schneiders. Der politische Wille für den Bürgerwald ist da. Doch noch sind wichtige Fragen zu klären.
Von 40 auf 20 Meter
Zum Beispiel muss die Gemeinde noch Land für das Projekt erwerben. Da hätten mehrere Grundstückseigentümer bereits Verkaufsbereitschaft signalisiert, erklären Rosenkranz und Schneiders. Mit entscheidend ist die Gesellschafterversammlung der Grundstücksentwicklungsgesellschaft Müldersfeld am kommenden Donnerstag. Dort werden die Weichen gestellt, ob der grüne Weg am Dorfbach als Ausgleichsmaßnahme finanziert wird. Dank des Waldes könnte der Grünstreifen im Gewerbegebiet Müldersfeld von 40 auf 20 Meter reduziert werden. Das würde das Vermarkten der Gewerbeflächen vereinfachen, ist der Bürgermeister überzeugt.
Die grüne Brücke zwischen den beiden Ortschaften nimmt ihren Anfang an der Straße "Auf dem Kuckuck". Die Böschung auf den ersten rund 70 Metern müsste laut Bauamtsleiter Schneiders durch eine Steganlage überbaut werden. Im anschließenden Baugebiet "Östlich auf dem Kuckuck" wird, 50 Zentimeter von der Böschung entfernt, ein drei Meter breiter Weg angelegt. Ab dem Regenrückhaltebecken hält der drei Meter lange Weg einen Freiraum von zwei Metern zur Bachböschung ein. Auf der anderen Seite wird er von einem etwa 17 Meter breiten und rund 500 Meter langen Waldstück flankiert. Auf Geld für möglichst viele Bäume hofft die Verwaltung durch die Waldwertpapier-Aktion der Bruderschaften (siehe Info). Für die Wegeparzellen will die Gemeinde Mittel aus dem Konjunkturpaket II in Anspruch nehmen.
Am Schlötelsweg nahe der L 140 endet der erste Abschnitt in Sichtweite der Aerbecker Straße. Bürgermeister Rosenkranz kann sich eine Fortsetzung der grünen Achse in Richtung Fliethweg vorstellen und sogar einen Ausbau zum Rundwanderweg. Ab dem nächsten Frühjahr, so der Plan der Gemeinde, sollen die ersten Bäume gepflanzt werden. Doch zuvor muss die Öko-Bilanz stehen. Schneiders: "Dafür müssen wir den Landschaftsplaner ins Boot holen."
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