Issum: Gut geschützt an den Baum
VON TIMO STEPPAT - zuletzt aktualisiert: 02.11.2009Issum (RPO). Nicht nur aus Versicherungsgründen ist ein "Kettensägenführerschein" ratsam. Während eines Kurses in Sevelen lernten zehn Männer und Frauen den Umgang mit dem Arbeitsgerät.
Die Sache ist heikel. "Verletzungen durch Kettensägen sind zu 90 Prozent irreparabel", erklärt Olaf Zehres. "Viele Privatleute unterschätzen aber noch immer die Gefahr, die von den Geräten ausgeht." Ratsam ist es deshalb, sich mit den Tücken dieses Werkzeugs vertraut zu machen. Dazu war am vergangenen Wochenende in Sevelen Gelegenheit.
Till Kopp aus Aldekerk will sein Brennholz in Zukunft selbst aus dem Wald holen. Ähnlich geht es seinem Bekannten Stefan Schad. "Da, wo es erlaubt ist, wollen wir selbst fällen", sagt er. Die beiden waren durch Zufall auf den Kursus gestoßen, den die Firma Alsters aus Straelen in Sevelen anbot. "Die meisten, die an den Kursen teilnehmen, wollen Brennholz für den eigenen Kamin", sagt Kursusleiter Zehres.
Seit 2007
Historie Als letztes Bundesland führte Nordrhein-Westfalen den "Kettensägenführerschein" im Januar 2007 ein. Seitdem finden regelmäßig Kurse statt, in denen die Technik der Säge und der Umgang mit ihr im Wald vermittelt werden sollen.
Fortbildung Die Firma Alsters aus Straelen bietet den Dreistufenkursus für die Kettensäge unter Leitung von Berufsausbilder Olaf Zehres an. Er kostet 130 Euro.
Von Händlern empfohlen
Im Fachhandel verweist man auf Sägen-Seminare. "Ich war in einem Geschäft in Issum und habe Interesse an einer Säge gezeigt. Man hat mir empfohlen, erst den Kursus zu machen", weiß Angelika Tajsich zu berichten. Sie will in ihrem Garten mit der Kettensäge arbeiten. "Ich habe ja keinen kleinen Garten. Der ist etwas größer – mit Bäumen und Sträuchern", erklärt sie.
"Jeder darf auf seinem Privatgrundstück machen, was er will. Sollte er sich aber eine Verletzung zuziehen oder Sachschäden verursachen, wird die Versicherung fragen, ob er denn den Umgang mit der Kettensäge überhaupt erlernt habe", mahnt der Kursusleiter.
Bereits am Donnerstag begann der Kursus in Sevelen. Bis 23 Uhr saßen die zehn Teilnehmer im Theorieunterricht, in dem unter anderem über Qualitätskriterien von Kettensägen, fachgerechte Fällmethoden, Motorsägentechnik und die persönliche Schutzausrüstung gesprochen wurde. Insgesamt sieben Stunden umfasste der theoretische Teil.
Unter Spannung
Mit der zweiten Stufe ging's ab Freitag in den Wald und damit in die Praxis. Langsam wurden die Teilnehmer an die Materie herangeführt. Zunächst hatten sie liegendes Holz in Stücke zu teilen. Schwieriger wurde es im dritten Teil: Da musste ein Baum, der unter Spannung stand, also bereits leicht geknickt war, gefällt werden. Und am Ende wurde ein ganzer Baum gefällt, entastet und in Einzelteile zersägt.
"Ich habe vorher noch nie einen Baum gefällt, und es macht mir totalen Spaß", erzählt Angelika Tajsich. Kalt kann einem beim Baumfällen auch im Herbst oder Winter nicht werden: "Kälte ist unerheblich. Warm wird einem von ganz allein", meint Stefan Schad. Das liegt zum einen an der schweren und unbedingt erforderlichen Schutzkleidung, die vor Schnitten mit der Säge schützt. Zum anderen: Der Umgang mit der Kettensäge ist harte körperliche Arbeit.
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