Issum: Halle erneut unterm Hammer
VON STEFAN KRIEGEL - zuletzt aktualisiert: 13.09.2010Issum (RPO). Für die Sportstätten und die Gastronomie an der B 58 in Issum gibt es am Mittwoch erneut einen Versteigerungstermin im Amtsgericht. Die Chancen für einen Verkauf werden in der Politik als gering bewertet.
Die Verkaufsversuche der Sparkasse Niederrhein wirken mittlerweile wie eine unendliche Geschichte. Alle Bemühungen, die Sportstätten und Gastronomiebetriebe an der Bundesstraße 58 in Issum zu verkaufen, waren bisher zum Scheitern verurteilt. Am Mittwoch, 15. September, um 10.30 Uhr beginnt im Amtsgericht Geldern ein erneuter Termin zur Zwangsversteigerung.
"Wir sind, auch im Sinne unserer Kunden, sehr daran interessiert, dass dieses Objekt bald verkauft wird", berichtet Jörg Zimmer, Pressesprecher der Sparkasse Niederrhein. Natürlich sei die Sparkasse jedoch auch bemüht, mindestens den Verkehrswert von 372 000 Euro und eventuell sogar mehr als Verkaufserlös zu erzielen.
Versteigerung
Verkehrswert Laut Gutachten 372 000 Euro.
Größe Das Objekt liegt auf einem Gelände von 6600 Quadratmetern.
Alter Baujahr 1992.
Umfang Zum Versteigerungsobjekt gehören eine Gaststätte und ein Bistro sowie Hallen für Squash, Badminton und Tennis.
Sanierung wäre teuer
Relativ knapp fällt die Aussage von Issums Bürgermeister Gerhard Kawaters zur Entwicklung am Vogt-von-Belle-Platz aus: "Das Heft des Handels liegt alleine in den Händen der Sparkasse Niederrhein."
Deutlicher wird CDU-Fraktionsvorsitzender Helmut Jaschke. Er spekuliert, dass die Moerser Sparkasse weiterhin pokert, damit die Issumer Kommunalpolitiker den Bebauungsplan ändern, um auf dem Gelände der Tennishalle auch andere Nutzungsmöglichkeiten zu erlauben. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Sparkasse bei einer Versteigerung den festgesetzten Verkehrswert erhält, wenn dort nur Gastronomie und Sport möglich sind", vermutet der Christdemokrat. Nach seinen Erkenntnissen sei die Tennishalle mittlerweile so marode, dass sie nur noch abgerissen werden könne oder sehr viel Geld für eine Sanierung hineingesteckt werden müsse. Die Issumer CDU bleibt außerdem bei ihren Überlegungen, die Tennisplätze am Vogt-von-Belle-Platz zu verlegen. Dies soll jedoch nur geschehen, wenn für eine Seniorenanlage auf dem Vogt-von-Belle-Platz ein Investor gefunden werde und somit Verkaufserlöse für das Tennisplatzgelände erzielt würden. Gespräche mit dem neuen Vorstand des Tennisclubs hätten ergeben, dass die Verantwortlichen bereit seien, an der Kevelaerer Straße (L 362) in der Nähe des Sportzentrums eine neue Bleibe zu finden. Außerdem seien sie einverstanden, die neue Anlage von sieben auf sechs Plätze zu reduzieren.
Sehr heruntergekommen
Auch die FDP-Fraktionsvorsitzende Brigitte Viefers bleibt dabei, dass der Bebauungsplan für das Gebiet, auf dem die Tennishalle steht, nicht geändert wird: "Darüber gibt es außerdem einen interfraktionellen Beschluss." Dies bestätigt SPD-Fraktionschef Jochen Lischewski. Die Haltung der Issumer SPD bezüglich einer Bebauungsplanänderung habe sich nicht verändert. Der Sozialdemokrat kann sich derzeit auch nicht vorstellen, dass die Sparkassen den ermittelten Verkehrswert bei der Versteigerung erzielt. Denn vor allem die Tennishalle sei mittlerweile sehr heruntergekommen.
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