Geldern: Hartstraße-Pfützen vor Gericht
VON CORINNA KUHS - zuletzt aktualisiert: 14.07.2009Geldern (RPO). Gestern wurde der Durchstich zum Michaelsparkplatz geöffnet. Ein Ende der Bauarbeiten ist aber nicht in Sicht:
Ein Gericht muss erst klären, wer die Spurrillen auf der Fahrbahn verursacht hat. Erst dann wird ausgebessert.Anwohner, Kunden und Geschäftsleute der Hartstraße müssen bei Regen weiterhin über Pfützen hüpfen: Der Streit um den Fahrbahnbelag, der zwar erst vor dreieinhalb Jahren verlegt wurde, aber bereits nach wenigen Monaten tiefe Spurrillen aufwies, ist noch immer nicht geklärt. Die Stadt Geldern, die sich mit der zuständigen Baufirma über die Ursache des Mangels streitet, setzt nun auf einen Richterspruch. "Um die für die Entscheidung notwendigen Erkenntnisse zu erhalten, hat das Gericht einen Gutachter bestellt, der die Verhältnisse auf der Hartstraße überprüft und in Kürze dem Gericht berichten wird", erklärt Stadt-Sprecher Herbert van Stephoudt. Wann das sein wird, steht allerdings noch nicht fest. Und erst wenn es eine Entscheidung gibt, wird der Schaden ausgebessert. "Wir können keine Steuergelder ausgeben, wenn Schadenersatzansprüche gegenüber anderen möglich erscheinen", sagt Bürgermeister Ulrich Janssen dazu.
Immer in Bewegung
Die Hartstraße ist ständig in Bewegung: Vor Jahren wurde die Richtung der Einbahnstraße geändert, dann gab es Ärger und Verwirrung um die Parkplätze. Geschäftsleute protestierten gegen eine unübersichtliche Parkregelung – und dann auch dagegen, dass die Hartstraße 2006 zur Fußgängerzone werden sollte. Über die Anbindung der Hartstraße an den Parkplatz Michaelschule wurde schon 2004 gesprochen.
Gremien entscheiden mit
Geklärt werden muss, ob die Unterschicht nicht stabil genug war, falsches Material verwendet wurde oder es möglicherweise Fehler bei den Pflasterarbeiten gab. Sicher ist, dass der Bodenbelag überarbeitet werden muss. Nur wann das geschehen kann und ob die Stadt oder die Baufirma zahlen muss, bleibt noch ungeklärt. "Vor einer möglichen Sanierung werden in jedem Fall die zuständigen politischen Gremien beteiligt, nicht zuletzt um zu einer Entscheidung über die Art der Sanierung und das zu verwendende Material zu kommen", sagt van Stephoudt. Nach Tempo klingt das nicht: Im Jahr 2005, als die Ausschussmitglieder über den jetzigen Belag berieten, gingen zahlreiche Sitzungen ins Land, weil man sich nicht einig wurde über Farbe, Form und Größe der Steine. Erfreut hingegen nahmen die Geschäftsleute der Hartstraße gestern Morgen den offiziellen Durchstich zum Michaelparkplatz an. "Das hilft sicherlich, die vorhandenen Geschäfte in ihrem Bestand zu sichern", sagte Johannes Leurs für die Werbegemeinschaft Hartstraße. Geschäftsnahes Parken schlage sich in den Umsätzen nieder. "Wir haben schon vor 25 Jahren davon geträumt, einen Durchstich zum Michaelparkplatz zu bekommen. Heute ist ein wichtiges Datum für die Geschäfte." Zwischen Frisör und Parfümerie ist nun ein Durchgang zum Michaelparkplatz geschaffen. Darüber ist die Hartstraße vom Parkplatz schnell zu erreichen. Leurs: "Wir schlagen den Namen Michaelsgasse vor." Kommentar
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