Gelderland: Jogis Elf strmt die Bros
VON ARNE LIEB - zuletzt aktualisiert: 18.06.2010Gelderland (RPO). Wenn heute das WM-Spiel der deutschen Mannschaft stattfindet, wird in vielen Firmen noch gearbeitet. Die Unternehmen in Gelderland gehen unterschiedlich damit um. Bei Diebels stehen die Abfllanlagen still.
Kein Anspruch
Egal, wie spannend die WM noch wird: Arbeitnehmer haben keinen gesetzlichen Anspruch, sich die Spiele anschauen zu drfen. Die Arbeit muss pnktlich angetreten und voll geleistet werden.
Ausnahmen mssen im Betrieb vereinbart werden. Das gilt auch, wenn ein Fernseher im Bro nebenbei laufen soll.
Nach dem furiosen WM-Auftakt der deutschen Elf sind viele Deutsche im Fuballfieber und freuen sich auf das heutige Spiel gegen Serbien. Die Zeit, zu der die Partie stattfindet, ist allerdings ungnstig: Wenn um 13.30 Uhr der Anpfiff ertnt, wird in den meisten Firmen noch gearbeitet. Viele Arbeitgeber im Gelderland versuchen, den fuballinteressierten Angestellten entgegen zu kommen.
Am weitesten geht Diebels in Issum. Beim Bierbrauer stehen whrend des Spiels alle Abfllanlagen still, die Mitarbeiter drfen die Arbeit unterbrechen. Sie sind zum Public Viewing in den Aufenthaltsraum eingeladen. Nur die Lagerarbeiter, die Kundenfahrzeuge beladen, mssen arbeiten. Leider, sagt Geschftsfhrer Ulrich Balzer. Aber die Kunden haben fr eine Pause sicher nicht alle Verstndnis. Whrend der WM sei bei Diebels viel zu tun, sagt Balzer, die Mitarbeiter mssten viele berstunden machen. Deshalb komme ihnen die Firma entgegen. Wir wollen sie motivieren.
Bildschirm und Snacks
Auch bei Bofrost in Straelen wird gemeinsam Fuball geguckt. Im firmeneigenen Restaurant gibt es einen Grobildschirm, Snacks und Getrnke werden gereicht. Das wird bestimmt eine lustige Runde, sagt Katrin Jungmann aus der Presseabteilung. Als Arbeitszeit gilt das Fuballvergngen aber nicht, die Mitarbeiter mssen ausstempeln. Die betrieblichen Ablufe beim Tiefkhl-Hersteller mssen trotz WM gesichert werden. Das ist Vertrauenssache, sagt Jungmann. Die Abteilungsleiter wurden informiert, dass sie den Dienst whrend des Spiels organisieren sollen. Wir haben aber zum Glck viele Mitarbeiter, denen es nichts aus macht, das Spiel nicht zu sehen.
Gearbeitet werden muss auch bei Landgard in Herongen. Es wird nicht jeder gucken knnen, sagt Dirk Bulkens vom Marketing. Im Bistro auf dem Firmengelnde steht aber ein Fernseher. Wer Zeit hat und sich abmeldet, kann dort mit den Kollegen gucken.
Rathaus geschlossen
Die Angestellten der Stadt Geldern haben Glck – sie knnen selbst entscheiden, ob sie das Spiel sehen wollen. Das Rathaus schliet um 12.30 Uhr, danach haben wir Gleitzeit, erzhlt Guido Ingenbleek, Abteilungsleiter des Bros des Brgermeisters. Die Mitarbeiter knnen zwar noch bis 18 Uhr weiter arbeiten, aber Fuball-Fans knnen ihre Stunden an einem anderen Tag abarbeiten. Die Stadt-Angestellten haben auch die Mglichkeit, das Spiel in der Nhe des Arbeitsplatzes gemeinsam zu schauen – aber in ihrer Freizeit. Wer mchte, kann ausstempeln und das Spiel dann mit den Kollegen auf einer Leinwand im Brgerforum schauen.
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