Straelen: Kastanienburg unter Glas?
VON MICHAEL KLATT - zuletzt aktualisiert: 12.12.2007Straelen (RPO). Im Namen mehrerer Investoren hat eine Venloer Projektgesellschaft den Antrag gestellt, ein 165 Hektar großes Gartenbaugebiet in Grenznähe zu errichten.
An für hiesige Verhältnisse riesige Gewächshäuser wird sich möglicherweise gewöhnen müssen, wer auf der B 58 von Straelen nach Venlo fährt. Im Rathaus der Blumenstadt liegt ein Antrag vor, in Kastanienburg ein insgesamt 165 Hektar großes Gartenbaugebiet zu errichten. Es soll sich zwischen der Bundesstraße, der Riether Straße (L 2), dem Grenzweg und der Landesgrenze erstrecken.
Namen kommen Mitte Januar
Der Antrag kommt von der Venloer Firma „Mela Projectbegeleiding“, die im Auftrag mehrerer Investoren handelt. Ob es sich dabei um die niederländische Rabobank und den in Herongen ansässigen Gartenbauvermarkter Landgard handelt, wie es gerüchteweise heißt, wollte Mela-Geschäftsführer Johannes Mevissen gestern weder dementieren noch bestätigen. „Wir nennen die Namen Mitte Januar.“
Alternativen
Ausweichstandorte Drei Alternativflächen, allerdings viel kleiner als in Kastanienburg, hat Mela seinem Antrag beigefügt. Alle drei werden allerdings als nicht geeignet bewertet.
Auwel Hier stehen 80 Hektar zur Rede.
Sanger Feld 95 Hektar sind hier anvisiert.
Broekhuysen 50 Hektar.
Offensichtlich ermutigend verliefen die Gespräche eines Maklers mit Grundstückseigentümern in Kastanienburg. „Sonst hätten wir den Antrag gar nicht erst gestellt“, erklärte Mevissen zu der Verkaufsbereitschaft der Landbesitzer. Nach seinen Angaben sollen von der Gesamtfläche rund 100 bis 120 Hektar auf Treibhäuser entfallen. „Das wird aber keine große Glasfabrik, bei der man sich zu Tode erschreckt“, versicherte er. Natur und Wirtschaft sollten gut harmonieren, ineinander übergehen.
Das Gartenbaugebiet soll als so genannter „Cluster“ konzipiert sein. Das heißt, es wird von mehreren Betrieben genutzt, die zum Beispiel beim Personal, beim Maschinenpark und bei der Energieversorgung von Synergie-Effekten profitieren sollen. Gedacht ist laut Mevissen daran, dort sowohl deutsche als auch niederländische Gärtner produzieren zu lassen.
Für Straelens Bürgermeister Johannes Giesen sind noch viele Fragen zu klären. Unter anderem reicht der Radius des Gartenbaugebiets weit in die Wasserschutzzone hinein. Und die ist für Straelens Rathaus-Chef tabu. „Unser Wasserwerk geben wir nicht auf, das ist an keinem Punkt gefährdet“, stellt Giesen klar. Mitten in dem Treibhausgebiet läge auch das Landschaftsschutzgebiet „Straelener Veen/Kastanienburg“, das der Kreisverband Kleve des Naturschutzbundes im Mai beantragt hat.
Außer der Stadt Straelen, bei der die Planungshoheit liegt, ist unter anderem der Kreis Kleve zu beteiligen. Einschätzungen vermochte Kreis-Pressesprecher Eduard Großkämper nicht abzugeben. „Von dem konkreten Antrag ist uns noch nichts bekannt.“ In der nächsten Woche soll es zu einem Treffen von Kreisvertretern mit dem Naturschutzbund kommen.
„Am liebsten möchten wir 2009 bauen“, wünscht sich der Mela-Geschäftsführer. Aber erst gelte es, die Reaktionen auf den Antrag abzuwarten.
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