Gelderland: Keine Umbuchungen wegen Schweinegrippe
zuletzt aktualisiert: 22.07.2009Gelderland (RPO). Durch die Schweinegrippe erwartet die Tourismusbranche im Kreis keine negativen Folgen. Auch der Flughafen Weeze bleibt bei diesem Thema gelassen. Daran ändert auch nichts, dass sich Anfang des Monats eine 19-jährige Frau aus Kleve und vorige Woche ein 51-jähriger Issumer auf Mallorca mit dem H1N1-Virus infiziert hatten (die RP berichtete).
Veranstalter als Maßstab
"Bei uns gibt es bis jetzt noch keine Stornierungen von Reisen. Weder nach Mallorca noch irgendwo anders hin. Wir nehmen immer unseren Hauptreiseveranstalter Tui als Maßstab, und so lange der keine Warnungen ausspricht, tun wir das auch nicht", berichtet Karin Kräussl vom Reisebüro am Steintor in Goch. Auch das Issumer Reisebüro in Issum hat trotz des Infizierten aus der Gemeinde noch keine Stornierungen: "Bisher hat kein einziger Kunde irgendwelche Bedenken geäußert. Die wollen nicht mal genau wissen, wer der infizierte Issumer war", sagt Mitarbeiterin Ilona Kapl.
Ähnlich ist die Lage in Uedem. "Unsere Kunden denken sich, dass sie die Schweinegrippe überall treffen kann, und sind deshalb reisefreudig wie immer. Natürlich kommt das Thema in Kundengesprächen auf, aber stornieren oder umbuchen will niemand", sagt Karl Schumann vom Reisebüro Uedem. Der Flughafen Weeze bestätigt den bei den Reiseveranstaltern vorherrschenden Trend: "Wir haben zurzeit wöchentlich zehn Flüge nach Mallorca, die alle ausgebucht sind. Panik wegen der Schweinegrippe gibt es nicht", sagt Flughafensprecher Holger Terhorst.
Für den Fall der Fälle sei der Airport jedoch gerüstet: "Zunächst einmal informieren wir Flugpassagiere mit entsprechenden Hinweisen darüber, wie sich sich verhalten sollen, wenn nach einer Reise Grippesymptome auftreten. Außerdem haben wir einen Notfallplan", so Terhorst. Dieser sehe ein enges Zusammenspiel der Akteure vor: Sobald sich ein Passagier unwohl fühlt, soll er die Flugbesatzung informieren, die sich wiederum beim Tower meldet. Als nächstes Glied in der Informationskette stünden der Notarzt und der Kreis Kleve, der für eine Quarantäne zuständig sei.
Hygienestandards einhalten
So weit muss es jedoch nach Ansicht des Gelderner Hals-Nasen-Ohren-Arztes Dr. Thomas Nettersheim nicht kommen: "Im Urlaub müssen Touristen natürlich die Hygienestandards einhalten. Und gefährdete Gebiete sollten gemieden werden." Wo diese liegen, ist offiziell nicht genau umrissen. Das Auswärtige Amt hat bislang wegen der Schweinegrippe keine Reisewarnungen ausgesprochen, wie ein Sprecher mitteilte.
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