Geldern: Kevelaer wird Filmstadt
VON STEFAN GILSBACH - zuletzt aktualisiert: 12.10.2006Geldern (RPO). Der Marienwallfahrtort und Rees sind die einzigen Kommunen im Kreis, die im Katalog der Filmstiftung NRW als „Filmstädte“ vorgemerkt sind. Beide werben mit ihren „Locations“ auch auf der Internetseite der Stiftung.
„Dresden“ am Airport
Obwohl Weeze nicht im Katalog der Filmstiftung NRW vertreten ist, war der Airport bereits Drehort spektakulärer Produktionen. Wie der Flughafen bestätigt, wurden auf dem Areal Szenen für den RTL-Film „Sturmflut“ gedreht. Auch für den ZDF-Zweiteiler „Dresden“ rückten Filmteams an und rekonstruierten auf dem Areal Teile der zerstörten Stadt. Die Dreharbeiten wurden beide Male unter größter Geheimhaltung durchgeführt.
Kreis Kleve Als Helge Schneider Anfang 2006 im Twistedener Traberpark auftauchte, erregte das Aufsehen (die Rheinsiche Post berichtete). Der Komiker drehte unter der Regie von Dani Levy eine Hitler-Parodie.
Wenn es nach Kevelaers Wirtschaftsförderung geht, sollen Filmteams in Zukunft regelmäßig in der Marienstadt drehen. Ein wichtiger Schritt ist nun getan: Kevelaer ist als „Filmstadt“ in den Katalog der Filmstiftung NRW aufgenommen worden. „Die Auflage liegt bei 2500 Stück“, sagt Kevelaers Wirtschaftsförderin Ruth Keuken. „Das klingt nicht nach viel. Aber dieser Markt ist klein, und die Kataloge werden gezielt verschickt – bis zur Berlinale und den Festspielen in Cannes.“
Fotos locken Regisseure
Nötig wär’s, denn der Kreis Kleve zieht bislang nur wenige Filmemacher an, sagt Andrea Baaken, Mitarbeiterin der Filmstiftung NRW. Neben Kevelaer steht nur Rees im Katalog. Auch auf der von der Filmstiftung betriebenen Internet-Seite „www.locationnrw.de“ wird geworben, unterstützt von Fotos. Die Reeser Verwaltung lockt mit Drehorten wie der Rheinpromenade, den unterirdischen Festungsanlagen, dem Reeser Meer, der Rheinbrücke und der Scholten-Mühle. Kurios: Auch mit dem Reeser „Morgennebel“ wird geworben.
Kevelaer führt als „Locations“ im Internet neben den Den-Heyberg-Bunkern unter anderem den Kapellenplatz, den „Arche-Noah“-Brunnen, das „Alt Derp“ und generell die „200 denkmalgeschützten Häuser“ ins Feld. „Filmstadt“, das bedeute auch, dass Produzenten mit verständnisvollen Ansprechpartnern rechnen können, so Andrea Baaken. „In einer Filmmetropole wie München weiß jeder Filmemacher, wen er anrufen muss, wenn es ein Problem gibt.“ In kleineren Städten sei das nicht selbstverständlich. Wer sich als „Filmstadt“ vormerkt, schaffe Vertrauen.
„Besondere Voraussetzungen müssen Sie nicht erfüllen“, sagt Andrea Baaken. „Sie müssen nicht nachweisen, dass bei Ihnen schon soundso viel gedreht worden ist.“
So einfach ist es dann doch nicht, weiß Kevelaers Wirtschaftsförderin Ruth Keuken aus Erfahrung. „Die Mitarbeiter der Filmstiftung schauen sich die Orte schon sehr genau an.“ Bei den Bunkern des Traberparks seien sie hell begeistert gewesen. „Das Gelände eignet sich hervorragend für Krimis und für militärische Szenen.“ Weitere Vorteile: Der Park könne von Neugierigen gut abgeschirmt werden, und vor Ort gebe es Möglichkeiten zur Unterkunft.
Innenstadt mehr propagieren
Kevelaer werde sich in Zukunft verstärkt mit der denkmalgeschützte Innenstadt als Drehort bewerben, so Keuken. „Wir haben bereits Filmsequenzen an die Stiftung geschickt.“ Besonders wild seien Regisseure übrigens auf leer stehende Fabrikhallen. Keuken: „Ich bin froh, dass wir davon nicht viele haben.“
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