Geldern: Kinderleicht: Umgang mit Geld
VON BIANCA MOKWA - zuletzt aktualisiert: 19.03.2011Geldern (RPO). Ein Handbuch soll helfen, Kindern und Familien einen sicheren Umgang mit Geld zu vermitteln.Zwei Kindergärten aus dem Gelderland wirkten bei den Praxisbeispielen mit.
Früh übt sich, das gilt auch für den Umgang mit Geld. Wie man das Thema in den Lebensalltag von Kindern einbauen kann, zeigt das Praxishandbuch "Über Geld spricht man doch".
Das 152 Seiten starke Werk ist vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen in Auftrag gegeben und von der Hochschule Niederrhein bearbeitet worden. Stefanie Bödeker von der Hochschule Niederrhein erhielt den Auftrag, das Projekt zu begleiten.
An der Konzeption und der Umsetzung haben auch Kindergärten des Gelderlandes mitgewirkt. "Kochkunst gleich Sparkunst" hieß der Kursus, den das Issumer Familienzentrum Ki-Iss mit dem St. Nikolaus-Kindergarten angeboten hat.
Das Praxishandbuch
Das Praxishandbuch wendet sich vor allem an Erzieher, Leiter von Familienzentren und andere Institutionen, die Familien unterstützen. Es kann kostenfrei bestellt werden per E-Mail an Praxishandbuch@munlv.nrw.de oder über den Postweg an das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, Stichwort: Praxishandbuch Familienzentrum, Referat VI-4, Schwannstraße 3, 40476 Düsseldorf.
Preiswert einkaufen
Ziel war das Kochen einfacher, leckerer und vor allem preiswerter Speisen für die ganze Familie. So lautete ein Kursangebot: "Menü für vier Personen", eine Woche lang Kochen für fünf Euro täglich.
Wie schon der Einkauf preiswert erledigt werden kann, lernten die Kinder vom Montessori-Kinderhaus in Straelen. Auf dem Markt wurden akribisch Preise verglichen, um möglichst günstig für das Frühstück im Kindergarten einzukaufen.
Um den Geldkreislauf hautnah zu erleben, hoben die Kinder vorher noch Geld vom Kindergartenkonto bei der Bank ab. Gerade heute sei es wichtiger denn je, den Kindern den Umgang mit Geld durchsichtig zu machen, sagt Regina Kampmann, die an den Praxisbeispielen des Handbuchs mitgewirkt hat. Viele Kinder würden nur noch sehen, dass die Karte in den Geldautomaten geschoben wird und dann Geldscheine herauskommen. Umso wichtiger sei es, die Zusammenhänge zu erklären.
Einen Markttag erlebt
Dass Geld verdienen auch Ideen erfordert und mit Arbeit verbunden ist, erlebten die Kleinen vom Montessori-Kinderhaus bei ihrem eigens inszenierten Markttag. Dafür wurden Blumentöpfe bemalt, Kresse ausgesät und kräftig eingeladen. Am Ende hielten die Kinder selbst erwirtschaftetes Geld in den Händen.
Das Engagement des Montessori-Kindergartens sei auch der Impulsgeber für das Buch gewesen, sagt Kampmann. Insgesamt haben sich 36 Einrichtungen aus ganz Nordrhein-Westfalen mit verschiedenen Projekten daran beteiligt. Herausgekommen ist eine Ideensammlung, wie man Kindern, aber auch Familien den Wert von Geld vermittelt und auch Sparen hilft.
Die Mappe ist bunt und übersichtlich gestaltet. "Man muss das Rad nicht immer wieder neu erfinden", sagt Kampmann zu dem Konzept, das in Kindertagesstätten Schule machen und vor allem Spaß machen soll. Der Erfolg gibt den engagierten Einrichtungen Recht. Die erste Auflage mit 4000 Exemplaren werde stark nachgefragt und sei fast vergriffen, weiß Kampmann.
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