Gelderland: Kleiner Garten ganz groß
VON MONIKA KRIEGEL - zuletzt aktualisiert: 18.06.2009Gelderland (RPO). Zu klein gibt's nicht. Für den Garten soll jeder selbst herausfinden, was er als klein betrachtet. Aus Sicht des Garten- und Landschaftsarchitekten Theo Güldenberg gibt es dafür nämlich keine Definition. "Der ideale Maßstab für das zweite nicht überdachte Wohnzimmer ist das Wohlbefinden desjenigen, der den Garten bewirtschaftet", sagt der Straelener. Und nicht die Quadratmeterzahl. Güldenberg hilft dabei, auch auf kleinem Raum den eigenen Traumgarten entstehen zu lassen. Heute: Teil acht der Leseraktion "Grüner Daumen". Was macht Ihren Garten unverwechselbar? Schicken Sie uns Ihre schönsten Garten-Fotos.
Um bei der Planung zu helfen, versucht er, in Gesprächen die persönlichen Empfindungen der Bewohner herauszufinden. Er plädiert für ein "lustvolles Auseinandersetzen" mit dem Thema, was eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen könne. Güldenberg spürt Vorlieben auf durch Fragen wie: Wie viel Zeit darf die Pflege in Anspruch nehmen? Sollen Gestaltungselemente wie Wasser, unterschiedliche Ebenen oder Holz eingebracht werden? Welches Thema spricht die Gartenbesitzer an, das man auf der Restfläche noch umsetzen könnte?
Viele Innenhofgärten im Mittelmeerraum seien klassische Beispiele für kleine Refugien, zugleich Ruhezone und Augenweide. Bei der Bestimmung des Bewuchses empfiehlt der 60-Jährige, die Pflanzen so auszuwählen, dass sich Farbenspiel, Blüte und Laub das ganze Jahr optisch abwechseln. Außerdem sollte man sich beim Fachmann informieren, damit man keine Pflanzen aussucht, die schnell wachsen und den kleinen Garten dann überwuchern. Als Tipp für Doppelhausbesitzer: Mit dem Nachbarn auf eine gemeinsame Begrünung an der Grundstücksgrenze anstelle eines Zaunes einigen. Das spart Platz.
Als gutes Beispiel für kreative Nutzung einer kleinräumigen Gartengestaltung nennt Güldenberg ein Projekt der Gemeinnützigen Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft (GWS) in Geldern. Die GWS hatte ihren Mietern freie Hand bei der Nutzung ihrer grünen Fläche gelassen. Der eine ernte sein Gemüse, der andere erfreue sich am Duft von Rosen. "Der Verlust von Konformität kann nur von Vorteil sein", findet Güldenberg.
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