Geldern: Kritik an Gelderner Tierheim
VON MICHAEL KLATT - zuletzt aktualisiert: 08.06.2010Geldern (RPO). Mitglieder des Tierschutzvereins werfen dem Vorstand und der Heimleitung Ungereimtheiten vor. Das Kreisveterinäramt hat keinen Grund zur Beanstandung. Die Vorsitzende weist die Kritik zurück.
Wie viele andere haben sich Birgit Klares und Renate John dafür eingesetzt, dass in Geldern ein Tierheim gebaut werden konnte. Seit rund fünfeinhalb Jahren gibt es das Haus an der Liebigstraße. Zufrieden sind die beiden Frauen aus Wachtendonk und Kapellen damit aber nicht. Unter anderem Ungereimtheiten und mangelnde Transparenz werfen sie der Tierheimleitung vor. Ihre Kritik richtet sich auch gegen Vorstandsmitglieder des Tierschutzvereins für Geldern und Umgebung, in dem Klares und John Mitglied sind.
Hinweis auf Datenschutz
Stutzig macht die beiden Tierfreundinnen, dass, wie sich Renate John ausdrückt, "die Tierheimleitung immer abblockt", wenn es um die Aufnahme von Fundtieren gehe. Auskünfte würden mit Hinweis auf Datenschutz verweigert. Aus Sicht der beiden Frauen kommt es zu Unregelmäßigkeiten in den Tierverzeichnissen. Mehrmals haben sie Diskrepanzen zwischen angeblicher und tatsächlicher Belegung des Tierheims festgestellt. Als Birgit Klares am 12. März im Tierheim war, hat sie dort nach eigener Aussage drei Kater gesehen, fünf Tiere hätten sich nach Angaben eines Tierheim-Mitarbeiters in der Quarantänestation befunden. Klares telefonische Nachfrage bei der Vereinsvorsitzenden am selben Tag ergab die Anzahl von 13 Katzen im Tierheim, davon einige bei einem Vorstandsmitglied und bei einem Tierarzt in Bedburg-Hau. Gerade bei Katzen würden "immer andere Zahlen genannt", so Klares. Skepsis beschleicht Klares und John bei der Einschaltung des Tierarztes aus Bedburg-Hau. Die Katzen und Hunde seien vor dem Bau des Tierheims von den umliegenden Tierarztpraxen versorgt worden. "Warum wählt man einen Tierarzt, der zig Kilometer vom Tierheim entfernt seine Praxis hat?", fragt Klares. Und weiter: "Wir glauben, dass dieser Veterinär Katzen tötet statt kastriert."
Fast 50 Jahre alt
Geschichte Der Tierschutzverein Geldern und Umgebung besteht seit 1961.
Mitglieder Zurzeit gehören rund 450 Mitglieder zum Verein.
Vorstand 1. Vorsitzende Ute Pooten, 2. Vorsitzender Jürgen Bey, Kassenwart Werner Ungerechts, Geschäftsführer Christian Franz. Büro Die Geschäftsstelle ist im Tierheim Geldern, Liebigstraße 51, untergebracht und ist montags bis freitags zwischen 10 und 12 Uhr besetzt.
Kontakt Tel. 02831 5852, Fax 02831 976696, www.tierheimgeldern.de, E-Mail info@tierheimgeldern.de
Die Vorwürfe kann das Kreisveterinäramt nicht nachvollziehen. "Der Kreisveterinär aus Geldern ist wiederholt im Gelderner Tierheim gewesen und hat die Bücher sowie den Tierbestand geprüft. Es gibt keine Beanstandungen", teilte Kreispressesprecherin Elke Sanders mit. Die Tatsache, dass das Gelderner Tierheim mit einem Veterinär aus Bedburg-Hau zusammenarbeitet, habe damit zu tun, dass keine einzige Tierarztpraxis im Südkreis die erforderliche tierschutzrechtliche Erlaubnis besitze, der Tierarzt aus Bedburg-Hau aber wohl. In Notfällen, so die Pressesprecherin der Kreisverwaltung, bediene sich das Tierheim einer Tierarztpraxis in Geldern.
Für Ausschluss
Ute Pooten, die Vorsitzende des Tierschutzvereins, weist die Vorwürfe entschieden zurück. "Wir dürfen keine Auskunft geben über den Verbleib der Tiere." Dazu müsse man sich an das Veterinäramt wenden. Was das Motiv der beiden Kritikerinnen ist, die sich selbst als "Querulanten" diffamiert sehen, weiß die Vorsitzende nicht. Bei der jüngsten Mitgliederversammlung, auf der weder Klares noch John gewesen seien, hätten die Anwesenden für deren Ausschluss gestimmt. Das habe man erst mal auf sich beruhen lassen, doch habe der Verein vorsorglich einen Anwalt eingeschaltet.
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