Geldern: Kühne-Kantine wurde zum Blutspendezentrum
zuletzt aktualisiert: 06.12.2006Geldern (RPO). Ungewohnte Möbel standen gestern in der Kantine der Firma Kühne: 13 rote Liegen. Dazwischen eilten geschäftig rund ein Dutzend Personen in weißen Kitteln hin und her, um den Menschen auf den Liegen Blut abzunehmen.
Reichlich zu tun hatte das Personal des DRK-Blutspendediensts West, denn dem Aufruf, nicht nur Blut zu spenden, sondern sich auch typisieren zu lassen, um für Leukämiekranke eventuell als Knochenmarkspender in Frage zu kommen, folgten viele Menschen.
Mittagspause geopfert
Gerade die Kühne-Mitarbeiter zeigten großen Einsatz, waren doch zwei junge Kollegen am Blutkrebs erkrankt – einer von ihnen starb an dieser Krankheit, noch während die Typisierungsaktion geplant wurde. „Die Kollegen opfern die Mittagspause“, sagte der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Ewald Druyen. Stolz war er über die Beteiligung aus der rund 350-köpfigen Stammbelegschaft ließen sich Blut abzapfen. Aber es kamen auch viele aus der übrigen Heronger Bevölkerung.
„Überhaupt sind die Straelener sehr engagiert“, stellte Iris Knipping fest. Die Referentin für Öffentlichkeitsarbeit beim DRK-Blutspendedienst West erinnerte daran, dass bei einer ähnlichen Aktion Mitte des Jahres in der Blumenstadt 160 Typisierungen durchgeführt wurden.
Doch auch bei vielen Freiwilligen gleicht die Suche nach einem geeigneten Knochenmarkspender der Suche nach einer Stecknadel im Heuhaufen. „Es gibt Millionen von Kombinationsmöglichkeiten an Gewebemerkmalen von Spender und Patient“, erklärte Kirsten Rapp von der Knochenmarkspenderdatei des DRK Blutspendedienstes West. Die Daten werden anonymisiert weitergeleitet an die deutsche Zentrale Knochenmarkspenderdatei in Ulm. Die ist weltweit vernetzt. Möglich, dass die Typisierungsaktion in Herongen einem Leukämiepatienten in den USA oder Frankreich hilft.
Insgesamt nahmen 105 Personen an der Aktion teil. 63 von ihnen ließen sich nur typisieren, die übrigen spendeten zusätzlich Blut. 50 Euro Laborkosten fallen für eine Typisierung an. Die Belegschaft, die AOK, das DRK und Kühne wollen diese Summe gemeinsam finanzieren. „Wie genau, müssen wir noch absprechen“, teilte Kühne-Werkleiter Heinz-Theo Koenen mit.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum


