Straelen: Kunden wollen mehr Cafés
VON CORINNA KUHS - zuletzt aktualisiert: 30.08.2006Straelen (RPO). Ein neues Einzelhandelsgutachten bescheinigt der Stadt Straelen Attraktivität. Ziel ist, bis 2015 das Grundzentrum weiter auszubauen. Gewünscht sind ein besseres Angebot im Textilbereich und andere Öffnungszeiten.
Die Blumenstadt hat rege Kunden: Etwa 5000 Euro pro Jahr gibt jeder Bürger jährlich im Einzelhandel aus. Das geht aus einem Gutachten hervor, das die Kölner Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung mbH (GMA) für die Stadt Straelen erstellt hat. Gestern Abend präsentierte Projektleiterin Angelina Sobotta die Ergebnisse.
Demnach hat Straelen eine große Anziehungskraft auch über die Stadtgrenzen hinaus – doch es mangelt an Textilgeschäften und einheitlichen Öffnungszeiten. Die Prognose ist positiv: „Auch Bürger aus Wachtendonk sind so stark auf Straelen ausgerichtet, dass man sie zum Einzugsbereich zählen kann“, erklärte Sobotta. „Das Einzugsgebiet des Einzelhandels umfasst demnach derzeit etwa 23 800 Einwohner. Bis 2015 wird sich die Einwohnerzahl in diesem Gebiet erhöhen, und die Kaufkraft wird zunehmen.“
So geht es weiter
Es sollen drei Workshops stattfinden, in denen die Teilnehmer – Vertreter von Wirtschaftsförderung, Einzelhandel und der GMA – Schritte zur Aufwertung Straelens vereinbaren. Am 26. September sind Aktivitäten in der Vorweihnachtszeit (mit Weihnachtsmarkt) das Thema, am 17. Oktober geht es um Ladengestaltung. Die Inhalte eines Workshops am 14. November sollen gemeinsam festgelegt werden.
Das Gutachten ist in den kommenden Tagen auf www.straelen.de zu finden. Interessenten können es als pdf-Datei bei der Wirtschaftsförderung anfordern.
H&M oder C&A unrealistisch
Bis dahin sind allerdings Wirtschaftsförderung und Einzelhändler gefordert: Der innerstädtische Bereich sollte gestärkt werden – mit Erweiterungen bestehender Ladenflächen (möglich wäre etwa eine Kaufland-Vergößerung) oder Neuansiedelungen. Den City-Bereich grenzen die Fachleute nicht mit den Wällen ein; auch Flächen, die direkt dahinter liegen, sollen einbezogen werden.
Bis 2015 könnten so „mindestens 3200 Quadratmeter zusätzlicher Verkaufsfläche“ entwickelt werden, die „insbesondere zur Diversifizierung der Einzelhandelsangebote und zur Ansiedlung von Betrieben im integrierten Versorgungszentrum genutzt werden sollte“. Heißt: Nicht Discounter soll aneinandergereiht werden, sondern es sollte darauf geachtet werden, was den Verbrauchern fehlt. Neben Textilgeschäften könnten die Schwerpunkte in den Bereichen Schuhe und Sport liegen, so Sobotta. Dabei stünden vor allem mittelständische Unternehmen im Fokus, jedoch könnten auch Filialisten mehr Menschen in die Stadt locken. Vor zu großen Hoffnungen warnte die Diplom-Volkswirtin allerdings: H&M oder C&A würden das wohl kaum sein. „Als realistischer Wirtschaftsfördere weiß man: Da hat man als Stadt dieser Größenordnung keine Chance.“
Kunden lobten Service und Beratungsqualität. Nicht zufrieden waren viele mit den Öffnungszeiten. „Es geht nicht unbedingt um eine Ausdehnung. Aber man sollte versuchen, Kernöffnungszeiten abzustimmen“, sagte Sobotta. Unterschiedliche Mittagspausen irritierten nur. Und: Kunden wünschen mehr Cafés oder Bistros – das überraschte selbst die Fachleute.
Für das Gutachten hat die GMA Händler und Kunden (diese auch aus Teilen Gelderns, Wachtendonks und Kerkens) befragt. Die Stadt sieht das Gutachten als Hilfe für künftige Entscheidungen für sich selbst und die Unternehmen.
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