Geldern: Ladenpassage statt Woolworth?
VON ULLI TÜCKMANTEL - zuletzt aktualisiert: 14.12.2006Geldern (RPO). Das Aus für Woolworth am Gelderner Markt zum 30. Juni 2007 wird wahrscheinlicher. Entstehen könnte auf dem 2700 Quadratmeter-Areal wohl eine kleinere Ladenpassage – möglicherweise auch mit einem Mini-Woolworth.
Woolworth wird das Einsparziel von jährlich 160 000 Euro in seiner Filiale am Gelderner Markt über Personalkosten wohl nicht erreichen. Eine entsprechende Einigung mit dem örtlichen Betriebsrat ist nach Informationen der Rheinischen Post gescheitert. Damit bleibt es voraussichtlich bei dem Plan, die Filiale zum 30. Juni 2007 zu schließen. Nach Unternehmensangaben macht die Filiale Verluste, der Umsatz sei rückläufig.
SPD: „Skandalöses Vorgehen“
Gelderns SPD erhebt inzwischen schwere Vorwürfe gegen den Konzern: „Es ist ein skandalöses Vorgehen, wie Woolworth versucht, seine Probleme ausschließlich auf dem Rücken der Mitarbeiter zu lösen. Die Mitarbeiter haben diese Probleme nicht verursacht“, so SPD-Fraktionschef Hejo Eicker und der stellvertretende Bürgermeister Rolf Pennings gestern gegenüber der RP. An der Niederlassung hängen nach unterschiedlichen Angaben 30 bis 60 Arbeitsplätze.
Bangen seit November
Im November wurden die Schließungspläne von Woolworth für die Filiale am Gelderner Markt der Belegschaft mitgeteilt. Unternehmenssprecher Wilfried Sauer erklärte damals, der Konzern werde versuchen das Einsparziel über eine Senkung der Miet- oder Personalkosten zu erreichen.
Woolworth soll Mitarbeitern, die fast drei Jahrzehnte am Standort beschäftigt waren, 5000 Euro Abfindung angeboten haben. Dem Betriebsrat soll vorgeschlagen worden sein, von den 19 Vollbeschäftigten in der Filiale neun zu kündigen. Daneben hätten die übrigen Mitarbeiter zudem auf Lohn verzichten, dafür aber lediglich eine Standort-Garantie von einem Jahr erhalten sollen. Eicker: „Unglaublich! So geht Woolworth nach fast 30 Jahren mit dem Standort Geldern um!“
Für die Beschäftigten kein Trost: Woolworth könnte in Geldern trotzt der geplanten Schließung auch in Zukunft am gleichen Standort vertreten sein. Eigentümer des Gebäudes, in dem sich die 2700 Quadratmeter große Filiale befindet, ist die Dürener Immobilien-Gruppe Fundus, die unter anderem das Hotel Adlon in Berlin realisiert hat und mehrere Einkaufszentren in Deutschland betreibt. Mieter in den Zentren sind häufig Discount-nahe Filialisten, unter anderem Woolworth.
Für vorstellbar hält man in Düren nach Informationen der Rheinischen Post unter anderem, das Gebäude am Gelderner Markt nach der Woolworth-Schließung im kommenden Sommer in eine Art Mini-Galerie für mehrere Geschäfte umzubauen. An Stelle den heutigen Woolworth-Eingangs würde dann wohl eine Passage zu einer Art Atrium in die Gebäude-Mitte führen, mehrere Geschäfte könnten sich darum gruppieren.
Einer der neuen Mieter könnte durchaus wieder Woolworth sein – mit verändertem Konzept, erheblich weniger Fläche und weniger Personal. Der Durchgang zum Südwall fiele bei einer solchen Umgestaltung vermutlich weg, am Markt entstünde eine Shopping-Sackgasse. Dies dürfte im Rathaus wenig Freude auslösen, eine realistische Handhabe gegen die Pläne hätte die Stadt wohl aber kaum.
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