Geldern: Land verscherbelt Polizeiwache
VON CORINNA KUHS - zuletzt aktualisiert: 15.09.2010Geldern (RPO). Im Internet wird das ehemalige Polizeigebäude an der Weseler Straße vom Bau- und Liegenschaftsamt NRW für 300 000 Euro angeboten. Doch im aktuellen Zustand sieht auch der Eigentümer kaum Chancen für einen Verkauf.
Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) bietet die alte Gelderner Polizeiwache zum Kauf an. Preis: 300 000 Euro. Dass ein Käufer das marode Gebäude haben will, um es weiterhin zu nutzen, erscheint selbst dem Eigentümer unsinnig: "Im derzeitigen Unterhaltungszustand ist eine Neuvermietung der baulichen Anlagen nicht wahrscheinlich.
Eine nachhaltige Nutzung der vorhandenen Bausubstanz wird nicht gesehen. Im Zuge einer Nutzungsänderung der gesamten Liegenschaft ist der vollständige Rückbau des Gebäudes das einzig realistische Szenario." Für 300 000 Euro erhält der Interessent also ein abbruchreifes Haus. Ein Käufer müsste weitere Mittel mitbringen, um den Abriss zu finanzieren.
Mehr Platz
Die Gelderner Polizeiwache ist in ihr neues Gebäude am Nierspark umgezogen. Dort hat sie Platz auf etwa 2500 Quadratmetern. Der Entwurf für das neue Polizeigebäude stammt aus der Feder des Architekten Michael van Ooyen. Dieser zeichnet auch für das neue Finanzamt, das direkt gegenüber der Polizei liegt, verantwortlich.
Preis deutlich niedriger
Für Verwunderung soll der im Internet offen angegebene Verkaufspreis im Gelderner Rathaus gesorgt haben. Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb hatte der Stadtverwaltung vor einigen Monaten ebenfalls ein Angebot für das Haus an der Weseler Straße gemacht. In nicht-öffentlicher Sitzung entschied sich der Bauausschuss jedoch gegen einen Kauf. Nach RP-Informationen lag die damalige Preisvorstellung des Landesbetriebes mehrere hunderttausend Euro über der jetzigen.
Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1968 und steht auf einem 3263 Quadratmeter großen Grundstück. Zu der Liegenschaft gehören zehn Garagen. Es steht leer, seit die Gelderner Polizei in den Neubau im Nierspark umgezogen ist. Schon vor vier Jahren hatte es in dem alten Gebäude an der Weseler Straße Ärger wegen des maroden Zustandes gegeben. Unter anderem gab es massiven Schimmelbefall. Der BLB stufte nach Untersuchungen den Schimmel als nicht gesundheitsgefährdend ein.
Auch das Finanzamt soll nach Angaben einer BLB-Sprecherin verkauft werden. Über den Preis konnte sie keine Angaben machen. Möglich sei auch eine Vermietung. "Das Gebäude ist noch gut in Schuss", so die Sprecherin. Es handele sich um ein 3800 Quadratmeter großes Grundstück, die Mietfläche betrage 3750 Quadratmeter. Das Haus wurde 1971 gebaut.
Eine Arbeitsgruppe mit Vertretern der Fraktionen und der Stadt soll klären, wie die Stadt Einfluss auf die Entwicklung der Flächen nehmen kann. Die Idee dazu entstand Ende Juni. Bislang hat diese Gruppe sich allerdings noch nie getroffen.
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