Gelderland: Lebensgefahr durch Äste
VON BIANCA MOKWA - zuletzt aktualisiert: 22.07.2010Gelderland (RPO). Die letzten beiden Gewitter mit starkem Sturm haben den Bäumen stark zugesetzt. Die Stadt Geldern arbeitet auf Hochtouren, um die Schäden zu beseitigen. Als nächste Gefahr für die Bäume droht die Trockenheit.
Die Eichenallee Am Heyersmannsweg in Veert wirkt ruhig und friedlich. Dennoch verhindert ein rot-weißes Schild die Durchfahrt. "Achtung Sturmschäden. Lebensgefahr" steht auf dem Schild.
Das stört die Fußgängerin mit ihrem Hund gar nicht. Sie stolpert fast über den Fuß der Warnbake und setzt ihren morgendlichen Spaziergang fort. Über ihr hängen dicke Äste lose in den Bäumen. "Wer sich in Gefahr begibt, kommt hoffentlich nicht in ihr um", wünscht unterdessen Anwohnerin Jutta Manten. Sie hatte nach dem ersten schlimmen Sturm in der vergangenen Woche das Grünflächenamt der Stadt Geldern über die Schäden an den Bäumen informiert. Die Durchfahrt wurde für Fahrzeuge und Fußgänger gesperrt. Der Weg wird trotzdem rege genutzt.
Schäden melden
Schäden an öffentlichen Wegen und Plätzen nimmt die Abteilung für Grünflächen- und Friedhofsverwaltung entgegen. Ansprechpartner ist Johannes Dercks unter Tel. 02831 398 319.
Das Bürgerbüro der Stadt Geldern ist zu erreichen unter Tel. 02831 3980, Montag bis Donnerstag von 8 bis 17 Uhr, Freitag von 8 bis 12.30 Uhr und Samstag von 10 bis 12 Uhr.
Kinder tragen ja Helm
Auf die Sorglosigkeit angesprochen, antwortete ein junger Vater, der mit seinen Kindern Fahrrad fahren übte, die Kinder würden ja einen Helm tragen. Eine Barriere in Höhe des Kaiserbusch wurde nachträglich so positioniert, dass eine bequeme Durchfahrt möglich ist. "Die Absperrung an der Einmündung Wettener Straße wurde kurzerhand in die Wiese geworfen", hat Manten beobachtet.
Herbert van Stephoudt, Pressesprecher der Stadt Geldern, appelliert indessen, dass man auf die Schilder achtet und die gesperrten Gebiete nicht betritt. "Es passiert immer wieder, dass ein Ast runterfällt." Die Gärtnerei der Stadt Geldern arbeitet auf Hochtouren, um die Schäden zu beseitigen. "Wir haben auch schon externe Firmen zur Unterstützung eingespannt", erklärt van Stephoudt. Allerdings würde die Arbeit nach Priorität erledigt. Das Gefährlichste zuerst. Wo das noch nicht möglich sei, versuche man die Bürger durch Sperrungen zu schützen. Rein theoretisch könne auch ein Ordnungsgeld verhängt werden, wenn Sperrungen missachtet werden, meint van Stephoudt. "Aber es geht uns nicht darum, mit der momentanen Lage auch noch Geld zu verdienen."
Täglich Meldungen
Täglich kommen bei der Stadt neue Meldungen über aufgebrochene Baumkronen und lose Äste ein. Allein im städtischen Bereich, ohne Bundes- und Landesstraßen seien mehr als 600 Bäume betroffen. "Es geht im Moment Schlag auf Schlag", gibt van Stephoudt einen Einblick. Es ist eine Arbeit gegen die Zeit. Denn bereits gestern waren wieder Sturmböen angesagt worden. Außerdem kämpft die Gärtnerei auch noch an anderer Stelle: gegen die Trockenheit. "Die Bäume stehen durch die anhaltende Hitze stark unter Trockenspannung. Dadurch können auch bei völlig gesunden Bäumen Äste herausbrechen", so van Stephoudt. Das Wässern könne man zugunsten der Aufräumarbeiten nicht ganz einstellen. "Da bleiben dann schon mal Sachen wie das Unkraut liegen", sagt van Stephoudt. "Wir bitten aber um Verständnis, dass die Bäume erst einmal dringender sind."
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