Straelen: Loersch streicht elf Stellen
VON DÉSIRÉE LINDE - zuletzt aktualisiert: 23.06.2009Straelen (RPO). Am Montag erfuhr die Belegschaft der Hanns Loersch GmbH Co. KG in Straelen, dass elf Mitarbeiter zum 1. Juli gehen müssen. Damit schrumpft das Unternehmen um mehr als ein Viertel. Weitere Arbeitsplätze sollen nicht wegfallen.
Die Hiobsbotschaft erreichte die Belegschaft gestern Morgen: Die Hanns Loersch GmbH & Co. KG wird zum 1. Juli elf ihrer Mitarbeiter entlassen. Das ist mehr als ein Viertel der gesamten Belegschaft. Sie sollen die Möglichkeit bekommen, in eine Transfergesellschaft übernommen zu werden. "Die Transfergesellschaft ist im Haus, es werden heute Einzelgespräche geführt", sagt Heiko Maas, Mitglied der Geschäftsführung. Er begründet den Stellenabbau mit der Wirtschaftskrise und dem generellen Druck auf dem Markt.
2003 wandelte sich das Unternehmen vom Produzenten fototechnischer Artikel zum Anbieter von Luftpolster-Verpackungsmaschinen und Folien. "Aber der Markterfolg war nicht so, dass er das Unternehmen hätte komplett tragen können", erklärte Maas gestern im Gespräch mit der RP. Für so einen kleinen Konzern wie Loersch sei es hart, auf dem Markt neben großen multinationalen Unternehmen zu bestehen.
Das Unternehmen
Das Unternehmen wurde 1964 von Hanns Loersch gegründet und stellte Diarahmungs-Maschinen und fototechnische Artikel her.
Seit Anfang der 70er Jahre exportierte Loersch in die USA und eröffnete in Pennsylvania 1980 ein Werk.
Mit dem Siegeszug der Digitalkamera sattelte Loersch zu Luftpolster-Verpackungssystemen um.
"Das kam überraschend"
Der Sozialplan sei in den vergangenen zwei Monaten erarbeitet worden. Die elf Stellen fallen in allen Abteilungen von der Verwaltung bis zur Produktion weg. Die "Strukturen und Prozesse sollen den neuen Anforderungen angepasst werden", begündet die Geschäftsführung den Stellenabbau in einer offiziellen Mitteilung. Heißt: Künftig setzt das Familienunternehmen, das von den Inhabern Hanns und Marc Loersch geführt wird, verstärkt auf den Bereich Entwicklung und lässt mehr und mehr in der Produktion maschinell erledigen. "Wir haben diesen Schritt lange vor uns hergeschoben", so Geschäftsführer Marc Loersch. Der Personalabbau sei aber "unumgänglich". Geschäftsführungsmitglied Maas geht aber zumindest davon aus, dass beim Personalabbau keine weiteren Runden folgen werden.
Der Betriebsrat will sich zu Details der Entlassungen und der Transfergesellschaft – laut Maas ist diese "üppig ausgestattet" – nicht äußern. "Das alles kam überraschend. Wir müssen jetzt erstmal die Lage in den Griff kriegen", sagt der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Detlef Lampey. Geschockt habe die Belegschaft reagiert, viele "laufen hier jetzt natürlich mit langem Gesicht herum", sagt Lampey.
Auch Straelens Wirtschaftsförderer Uwe Bons, der auch erst gestern vom Stellenabbau bei Loersch erfuhr, ist überrascht. Heute will er Loersch besuchen, um auszuloten, inwiefern die Stadt helfen kann. "Jeder Arbeitsplatz, der wegfällt, ist bedauerlich", sagt Bons. Aber durch den Abbau sei möglicherweise eine drohende Insolvenz abgewendet worden.
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