Geldern: Lüllingen: Ortschaft fordert Dorfplatz-Umbau
VON CORINNA KUHS - zuletzt aktualisiert: 10.11.2009Geldern (RPO). Michael Opgenhoff, Vorsitzender des Natur- und Heimatvereins Lüllingen, appelliert an die SPD, sich für den Umbau des Lüllinger Dorfplatzes einzusetzen. "Sollte der Dorfplatz jetzt nicht verwirklicht werden, sehen wir Lüllinger keinen finanziellen Spielraum der Stadt Geldern in den nächsten fünf bis zehn Jahren, dieses Projekt zu verwirklichen", sagt Opgenhoff. "Es ist einfach auch eine Frage der Gerechtigkeit und der Solidarität innerhalb der Stadt Geldern, ob auch in einer kleinen Ortschaft investiert wird, oder alles Geld ins Bahnhofsumfeld gesteckt wird."
Ärger über Bürgerbeteiligung
Die SPD hatte sich darüber geärgert, dass die Stadtverwaltung am Freitagabend in Lüllingen zu einer Bürgerbeteiligung für einen neuen Dorfplatz geladen hatte. Sie hält die Maßnahme für kaum finanzierbar und wirft der Verwaltung vor, dass mit einer solchen Veranstaltung Wünsche geweckt werden, die nicht erfüllt werden können. Der Umbau des Dorfplatzes soll größtenteils mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II finanziert werden. Aufgrund der angespannten Haushaltslage ist absehbar, dass der neu zusammengesetzte Stadtrat derartige Projekte kritisch hinterfragt.
CDU-Mitglied Opgenhoff wünscht sich den neuen Dorfplatz sehr dringend. "Der Lüllinger Dorfplatz, auf den die Lüllinger schon seit über zehn Jahren geduldig warten, ist das äußere Zeichen: Unser Dorf hat Zukunft."
SPD, FDP und Grüne lehnen den Dorfplatzumbau nicht grundsätzlich ab, halten aber den Zeitpunkt nicht für ideal, weil einerseits die Haushaltslage sehr angespannt ist und andererseits sich durch mehr Verkehr in der Ortschaft bauliche Veränderungen ergeben könnten.
Opgenhoff hält dagegen: "Das Zukunftsprojekt Dinopark wird von den Lüllingern abgelehnt und berührt den Dorfplatz überhaupt nicht. Er führt nur zu einer größeren Dringlichkeit, die K17 nach Twisteden zu beruhigen und für den Schwerlastverkehr zu sperren. Dann würde der Hauptverkehr von der B 9 über den Velder Dyck geführt." Die Verkehrsbelastung durch Landgard berühre den Dorfplatz nicht, sondern nur die Kreuzung.
"Laut Dorfentwicklungsplan passt dort kein Kreisverkehr. Derzeit ist dort nur eine intelligente Ampelanlage denkbar und dringend aus Sicherheitsgründen anzustreben", argumentiert Opgenhoff, warum der Umbau des Dorfplatzes bis Ende kommenden Jahres erfolgen sollte – und nicht erst, wenn geklärt ist, ob es einen Dinopark geben wird und wie Landgard sich weiterentwickelt. Die SPD kündigte an, sich kurzfristig zu einem Gespräch mit den Lüllingern zusammenzusetzen.
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