Geldern: Mal darf’s auch was Süßes sein
VON MARC CATTELAENS - zuletzt aktualisiert: 03.12.2008Geldern (RPO). An der Gelderner Franziskus-Förderschule werden die Schüler der Klasse 7b zu Food-Scouts ausgebildet. Sie sollen Vorbild für andere sein und ihr Wissen über gesunde Ernährung weitergeben.
An acht Schultagen haben die Franziskus-Schüler mit Ernährungsberaterin Beate Hemmers viel über gesunde Ernährung gelernt – nun essen sie mit Vorliebe Hamburger. Was man für einen Misserfolg halten könnte, stimmt Hemmers hochzufrieden. Die Hamburger enthalten nämlich kein Fleisch, stattdessen viel gesunden Salat, einige Tomaten, Paprika, Gurken und eine Scheibe Käse. Nach ihrer „Ausbildung dürfen sich die Siebtklässler nun offiziell „Food Scouts“ nennen.
Mitschüler aufklären
Das Projekt ist eine Initiative des „Kompetenzentrum Adi Vital“ und des Landesministeriums für Verbraucherschutz. Ziel ist es, Schüler für gesundes Essen zu begeistern. Als Food-Scouts sollen sie diese Begeisterung an ihre gleichaltrigen Mitschüler weitertragen und diese im Schulalltag über gesundes Essen aufklären. Alexander ist stolz, ein Food Scout zu sein. „Ich esse jetzt mehr Obst und Gemüse. Das schmeckt mir richtig gut“, sagt der 13-Jährige.
Wer macht noch mit?
Auch Kinder der Straelener St.-Arno-Schule nehmen an der Ausbildung zu Food-Scouts teil, ebenso Schüler aus der Jahrgangsstufe Sechs der Anne-Frank-Hauptschule in Geldern. Ernährungsberaterin Beate Hemmers betreut noch drei weitere Food-Scout-Gruppen in Alpen und Sonsbeck.
Zu Beginn des Projekt hatte Alexander, genau wie seine Mitschüler, einen Test absolviert. Darin wurde ermittelt, ob Alex geregelte Mahlzeiten zu sich nimmt und regelmäßig Sport treibt. Dann erklärte Beate Hemmers den Schülern die Ernährungspyramide. Ihre breite Basis aus Obst, Wasser, Gemüse, Fruchtsaft und Getreideproduktion ist grün gekennzeichnet. Darüber befinden sich in kleineren Mengen die „gelben“ Nahrungsmittel wie Milchprodukte, Fleisch und Fisch. Die kleine rote Spitze bilden fetthaltige Produkte und Süßigkeiten, die man nur in geringem Maß zu sich nehmen sollte. Nun sollen die Kinder darauf achten, dass die „Ernährungsampel“ bei ihnen häufig auf Grün steht.
Als Anhaltspunkte haben sie einige Regeln gelernt. Dazu gehört „Give me five“: Fünf Mal am Tag gehört Obst und Gemüse auf den Speiseplan. Ebenso wie „Take it easy“: Calciumreiche Lebensmittel sind besonders gesund. Damit die Siebtklässler auch hautnah erfahren, wie viel Fett in manchen Produkten steckt, haben sie Wurstscheiben auf einen Kaffeefilter gepresst. „Das ist schon erstaunlich, wie sich der Filter vollsaugt“, sagt Hemmers. An einem anderen Tag haben die Schüler eine „Hafer-Party“ gefeiert und Plätzchen mit Haferflocken gebacken.
Damit der Food-Scout-Kursus auch nachhaltig ist, haben die Siebtklässler eine Mappe mit vielen gesunden Rezepten erhalten. Auch die Lehrer blieben nicht außen vor. Sie sollen im nächsten Jahr eine spezielle Ernährungs-Schulung erhalten. Dann werden vielleicht auch sie bald das Fleisch vom Hamburger nehmen und echte Foot Scouts sein.
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