Geldern: Menschen helfen Menschen
VON ANNETTE SCHEEPERS - zuletzt aktualisiert: 07.08.2007Geldern (RPO). Die Lebenshilfe Gelderland feiert ihr 30-jähriges Bestehen. Der Verein unterhält Frühförderstellen, integrative Kindertagesstätten, Pflegedienste und Wohnheime für behinderte Menschen. Gefeiert wird das Jubiläum mit Gottesdiensten und Ausstellungen.
Jubiläumsprogramm
13. bis 31. August Fenstergestaltung in der Buchhandlung Keuck, Issumer Straße 15-17 in Geldern.
18. August Gottesdienst in St. Adelheid, Issumer Tor in Geldern, ab 17 Uhr.
22. August Lesung mit Karl Timmermann ab 19.30 Uhr in der Buchhandlung Keuck.
2. September Gottesdienst in St. Antonius Kevelaer um 11 Uhr.
3. bis 14. September Ausstellung „Menschenbildnisse“ in der Stadtverwaltung Geldern.
4. bis 21. September Fenstergestaltung in der Bücherstube Aengenheyster, Hauptstraße 50 in Kevelaer.
„Für behinderte Menschen gab es vor 30 Jahren in Geldern nichts. Gar nichts“, sagt Sabine Augustin, stellvertretende Vorsitzende der Lebenshilfe Gelderland. Der Ortsverein der Lebenshilfe feiert in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen. Jetzt gibt es zwei Frühförderstellen, sechs integrative Kindertagesstätten, sechs Wohngruppen, den integrativen Freizeittreff „Blue Point“ sowie den familienunterstützenden Dienst und eine ambulante Krankenpflege.
Obwohl Sabine Augustin nicht zu den Gründungsmitgliedern gehört, ist die Sonderschulfachlehrerin seit drei Jahrzehnten dabei. Entstanden sei die Lebenshilfe aus der Initiative betroffener Eltern, so Augustin. Sie habe unter anderem deren Vorschläge und Ideen umgesetzt. So entwarf sie beispielsweise 1981 das Konzept für die Frühförderstelle und kümmerte sich dafür auch um Gelder vom Kreis.
500 Mitglieder
A propos Geld – ein wichtiges Thema für die Lebenshilfe. „Anfang der Siebziger Jahre, als die Förderung für behinderte Menschen mehr in das öffentliche Bewusstsein rückte, waren Spendengelder kein Problem“, sagt Adelheid Ackermann, die seit 2003 Vorsitzende der Lebenshilfe Gelderland ist. In den Siebziger und Achtziger Jahren sei auch die Mitgliederzahl stark gestiegen. Heute liege sie stetig bei rund 500.
„Für unsere Einrichtungen müssen wir nicht nur das Grundstück stellen, sondern auch 20 Prozent Eigenleistung erbringen. Das ist nicht immer einfach“, sagt Geschäftsführer Günter Voß. Im Vergleich zu früher sei die Gelderländer Lebenshilfe zu einem mittelständischen Unternehmen geworden, das „unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten geführt werden muss“, so Ackermann. Das hört sich wirtschaftlich-trocken an, doch trotzdem steht, wie es der Lebenshilfe-Slogan verspricht, „der Mensch im Mittelpunkt“. Das ist schon allein daran sichtbar, dass alle Mitarbeiter in irgendeiner Weise persönlich etwas mit dem Thema zu tun haben. Entweder haben sie selbst behinderte Kinder oder sie arbeiten in einem heil- oder sozialpädagogischen Beruf.
Mit Gottesdiensten danken
„Unser Jubiläum möchten wir nicht mit einer großen Feier begehen“, sagt Ackermann. Stattdessen seien über das Jahr verteilt Gottesdienste, Ausstellungen, Konzerte und Lesungen geplant. „Wir feiern in jedem Ort, in dem wir eine Einrichtung haben, einen Gottesdienst“, sagt die Vorsitzende, die als Konrektorin in einer Schule für Behinderte in Kleve arbeitet. „Dankbarkeit“ für die Unterstützung, die Hilfe – lautet das Motto aller Gottesdienste. „Mit den Ausstellungen und der Schaufenstergestaltungen in den Buchhandlungen wollen wir außerdem Menschen erreichen, die wir sonst nicht erreichen“, erklärt Ackermann.
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