Gelderland: Mit Verlusten in den Landtag
VON CORINNA KUHS - zuletzt aktualisiert: 10.05.2010Gelderland (RPO). Margret Voßeler zieht als Direktkandidatin für den Wahlkreis 53 Kleve I in das Landesparlament ein. Sie bekam deutlich weniger Prozentpunkte als ihr Vorgänger Helmut Linssen. Grüne sind auch im Kreis Kleve die Gewinner.
Richtig freuen konnte sich Margret Voßeler nicht. "Ich bin ein absoluter Teamplayer", sagte sie gestern Abend im Kreishaus. "Und das habe ich nicht erwartet." Mit "das" meinte sie das desaströse Wahlergebnis ihrer Partei. "Ich bin total enttäuscht. Und es ist sehr schade für die Regierung Rüttgers."
Immerhin erlebte sie gestern am Muttertagsabend eine schöne Überraschung: Ein befreundetes Ehepaar hatte ohne Voßelers Wissen deren Eltern ins Kreishaus geladen. Gespannt verfolgten sie gemeinsam die Hochrechnungen.
Voßelers eigene Prozentzahlen (50,58 Prozent) lagen niedriger als die von Helmut Linssen vor fünf Jahren (damals holte Linssen den Wahlkreis mit 58,41 Prozent), doch Voßeler ließ sich davon nicht entmutigen: "Ich habe ja nicht für mich gekämpft, sondern für die Partei." Und weil sich so viele Menschen sehr stark für sie, die Partei und den Wahlkampf eingesetzt hätten, falle es ihr schwer, "mit diesem Ergebnis zufrieden zu sein".
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Bianchis Bronzemedaille
Im Gegensatz zu Grünen-Landtagskandidat Bernd Bianchi, der schon bei den ersten Hochrechnungen um kurz nach 18 Uhr übers ganze Gesicht strahlte. "Die Freude ist riesengroß. Wir haben die Bronzemedaille." Die Grünen haben im Vergleich zu 2005 im Wahlkreis I um fünf Prozentpunkte zugelegt. "Ich bin überrascht, wie hoch die CDU verloren hat. Damit habe ich nicht gerechnet", kommentierte Bianchi. Die Christdemokraten haben bei den Zweitstimmen im Südkreis im Vergleich zur Landtagswahl vor fünf Jahren 11,93 Prozentpunkte verloren. Die SPD legte um 0,47 Prozentpunkte zu. Die FDP gewann 0,99 Prozentpunkte.
Bitter ist der Zugewinn für Norbert Killewald (SPD). Er holte zwar mehr Prozentpunkte als 2005, wird aber schon in dieser Woche seine Kisten im Landtag packen. Weil er auf einen hinteren Listenplatz gesetzt war, hatte Killewald keine Chance auf ein erneutes Mandat. Überrascht war er nicht: "Für mich hat es nicht gereicht, aber darauf konnte ich mich schon sechs Monate vorbereiten", sagte Killewald. Über das Ergebnis für seine Partei freue er sich sehr. Zufrieden über das FDP-Ergebnis im Kreis zeigte sich Michael Traurig, FDP-Landtagskandidat aus Straelen. "Wir haben über Landesdurchschnitt dazu gewonnen. Man kann also sagen: An der FDP im Kreis Kleve hat es nicht gelegen." Für Margret Voßeler geht die neue Aufgabe direkt heute los: Um 15 Uhr treffen sich alle neu gewählten CDU-Landtagsabgeordneten in Düsseldorf zum ersten Kennenlernen. KOMMENTAR
Info Weitere Stimmen zur Landtagswahl und alle Ergebnisse gibt es unter www.rp-online.de/geldern
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