Geldern: Nah dran an den Leseratten
VON LISS STEEGER - zuletzt aktualisiert: 09.09.2006Geldern (RPO). Kinderbuchautor Joachim Friedrich las in der Veerter Bücherei am Martiniplatz. Merksätze und Piratensprüche sorgten für viel Gelächter bei den Jungen und Mädchen.
VEERT „Wir haben gehofft, dass viele kommen“, meinte Sieglinde Smitmans, die in der Bücherei Veert für die Buchausleihe an Schulklassen zuständig ist. Bettina Franz freute sich über das große Interesse: „Ich bin überwältigt, dass so viele gekommen sind, aber es ist ja auch etwas Besonderes.“ Zu Gast war Joachim Friedrich, „einer der erfolgreichsten Kinderbuchautoren“.
Während er sich morgens noch mit Gundula Keuck durch drei Schulklassen der Bischöflichen Realschule „gelesen“ hatte, stellte er am Nachmittag in der Veerter Bücherei sein neuestes Werk „3 mit Papagei retten das Schlossgespenst“ vor. In einer Gemeinschaftsveranstaltung mit Bücher Keuck kam diese Lesung in der Bücherei am Martiniplatz in Veert zustande.
Joachim Friedrich
Kinder Joachim Friedrich hat selbst drei Kinder im Alter von 28, 16 und sechs Jahren.
Wohnort Er lebt mit seiner Familie in Bottrop.
Bücher Zu den mehr als 50 Büchern, die der bekannte Autor herausgebracht hat, gehört auch die beliebte Serie um 4 ½ Freunde (die Zwillinge Radieschen und Steffi sowie Kalle, Friedhelm und Hund Tausendschön).
Infos Nähere Informationen unter www.keuck.de.
An die Erwachsenen richtete der Autor die Worte: „Ich werde mich nur mit den Hauptpersonen unterhalten, und das sind die Kinder.“ Er verglich seinen Beruf „Geschichten schreiben“ mit den Aufsätzen der Schüler, „nur dass meine länger sind und zwischen zwei Pappdeckel gedruckt werden“. Dann wurde es leise zwischen den Bücherregalen mit „Raketen und Raumfahrt“, „100 Ideen für dein Zimmer“ und dem „Wilhelm-Busch-Album“. Schließlich mussten alle einen Platz finden.
Ohrenbetäubendes Getöse
„Mit ohrenbetäubendem Getöse fiel die Ritterrüstung um“, begann Joachim Friedrich seine Geschichte um Florentine (Floh) Nachtigall, die mit ihrer Mutter als Rektorin die Schlossschule besucht und dort mit Samson und Leo auf Geheimdetektiv Nullinger trifft, der im Besitz des Papageis Störtebeker ist. Zwischen Wassergraben und Zugbrücke und allerlei großen Räumen finden sie auch ein „geheimes Lehrer-Belauscher-Versteck“, wobei Klassenlehrerin Frau Polpotofski (genannt Popo) den Schlupfwinkel aufdeckt. Samson fand das alles immer „cool“ und, wie der Autor es betonte, brach jedes Mal ein schallendes Gelächter in der Bücherei aus. Augenzwinkernd hob Friedrich Merksätze für die Kinder hervor: „Wenn man Erwachsenen sagt, dass man spielt, darf man so ziemlich alles machen.“
Lustig fanden die Zuhörer auch Flohs Piratensprüche im Stil von „Ich glaub mein Hamster bohnert“. Bei „3 mit Papagei“ hieß es: „Ich glaub mein Hering hustet, mein Schwertfisch säbelt oder mein Tintenfisch torkelt.“ Diese markanten Sprüche sind gleichzeitig Kapitelüberschriften.
Karten und viele Fragen
Nicht nur, dass alle Kinder eine Autogrammkarte bekamen. Sie durften nach Herzenslust Fragen stellen. Vor 17 Jahren habe er sein erstes Buch herausgebracht. „Die Entwicklung meiner Geschichten entsteht durch Ideenerbsen vom lieben Gott, und ich wohne an der Erbseneinflugschneise“, verriet der sympathische Erzähler schmunzelnd.
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