Geldern: Neuer Nutzer fürs Hertie-Haus
VON MARC CATTELAENS - zuletzt aktualisiert: 25.06.2009Geldern (RPO). Eine Düsseldorfer Firmengruppe will das Kaufhaus am Gelderner Markt aufkaufen und vermieten. Auf mehr als 1700 Quadratmeter Fläche sollen Textilien verkauft werden. Außerdem soll eine Spielhalle einziehen.
Ende Juli wird für Hertie am Gelderner Markt definitv Schluss sein. Das teilten gestern Bürgermeister Ulrich Janssen und Wirtschaftsförderin Ute Stehlmann mit. Das insolvente Kaufhaus habe bereits seit September vergangenen Jahres keine Miete mehr gezahlt und verfüge über keinen gültigen Mietvertrag mehr. Ab heute soll der offizielle Schlussverkauf beginnen. Ein Unternehmen, das das Gebäude aufkaufen möchte, ist jedoch bereits gefunden.
Der potenzielle Investor ist die Immobilien Treuhand GmbH & Co. KG (ITG) mit Sitz in Düsseldorf. Sie befasst sich seit mehr als 30 Jahren mit der Entwicklung, dem Bau und Management von Geschäftshäusern. Janssen, der den Deal als großen Erfolg wertet, spricht von einem "langfristigen Engagement" des Unternehmens. "Ich bin froh, dass die ITG nicht aufs schnelle Geld aus ist, sondern mit strategischem Blick auf die Stadtentwicklung in Geldern schaut."
Zukunft der Mitarbeiter
Ob die derzeit 23 Hertie-Mitarbeiter übernommen werden, steht noch nicht fest. ITG habe angeboten, die Mitarbeiter an die neuen Mieter zu vermitteln, so Janssen. Es müsse aber klar sein, dass es sich nicht um eine Betriebsfortführung handelt.
Das Nutzungskonzept
Die ITG habe die Verhandlungen mit den künftigen Mietern bereits abgeschlossen. Welche das sind, sei allerdings noch nicht spruchreif, so Janssen. Das Nutzungskonzept sieht vor, dass im Erdgeschoss und Souterrain auf insgesamt 1620 Quadratmetern ein Textil-Kaufhaus (Janssen: "ein namhafter Betreiber, der der Stadt gut tut – kein Billiganbieter") einzieht.
Die weitaus größte Verkaufsfläche (1112 Quadratmeter) soll dabei im Erdgeschoss liegen. Im linken Teil des Erdgeschosses (dort, wo jetzt Bettbezüge verkauft werden) soll auf 138 Quadratmetern Damenoberbekleidung verkauft werden. Stehlmann: "Der Anbieter bewegt sich im mittleren Preissegment und bedient das mittlere Alterssegment." Ursprünglich habe man versucht, auch ein Schuhhaus als Mieter zu gewinnen, dessen Betreiber aber hätten das Hertie-Gebäude nicht in "1a-Lage" gesehen.
Der hintere Teil (480 Quadratmeter) soll nur noch über die Glockengasse erreichbar sein. Eine Spielhalle will dort Erwachsenen neben Glücksspielautomaten mit Geldgewinn auch eine Internetnutzung, Billard und Brettspiele bieten. "Der potenzielle Mieter möchte auf der Glockengasse auch eine Außengastronomie anbieten", sagt Bürgermeister Janssen.
Der Rat soll am kommenden Dienstag über das Vorhaben entscheiden. Fällt der Entschluss positiv aus, soll der Umbau bis Beginn des Weihnachtsgeschäfts erfolgt sein.
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