Geldern: Neues Kunst-Grün für GSV
VON DÉSIRÉE LINDE - zuletzt aktualisiert: 01.05.2010Geldern (RPO). Der GSV hat gestern seinen neuen Kunstrasenplatz eingeweiht – mit Verspätung wegen des kalten Winters. Am kommenden Wochenende werden die ersten Fußball-Partien am Holländer See bestritten.
Daten und Zahlen
3. Juni 2008 GSV beantragt den Bau eines Kunst-/Rasenplatzes
26. Mai 2009 Ausschuss für Sport und Freizeit beschließt den Bau.
29. September 2009 Baubeginn
30. April 2010 Eröffnung
Mitte Juli Großes Fußball-Turnier
322 000 Euro schießt die Stadt zu
82 000 Euro trägt der Verein, davon: 12 000 Euro als Auszahlungen und 70 000 Euro als Eigenleistungen der Mitglieder des GSV
Sein Einsatz für den neuen Kunstrasenplatz des GSV bringt Theo Cleve auch hin und wieder eine Portion gutmütigen Spott ein. Vom "Draht-Käfig" neben dem neuen Grün, in dem Vereinsmaterial gelagert wird, hat es schon geheißen: "Der Theo zieht jetzt hier ein", erzählt GSV-Jugendleiter Lothar Leßmann von einem gern gemachten Scherz. Cleve bekam vom Vereinskamerad auch ein T-Shirt mit der Aufschrift Bauleiter. Ein Titel, dem der Ex-GSV-Vorständler in den vergangenen Monaten alle Ehre machte.
Einen Monat auf dem Platz
Einen ganzen Monat an Arbeitsstunden hat laut eigener Schätzung Cleve auf dem Vereinsgelände verbracht, um aus dem Asche- einen Kunstrasenplatz zu machen. Gestern war sein Werk beendet, wenn auch mit etwas Verspätung, "wegen des harten Winters", wie er sagt. Kommunalpolitiker und Sportfunktionäre eröffneten den Kunstrasenplatz. Darunter war auch die ehemalige Vorsitzende des GSV, Roswitha Schulze, die das Projekt Kunstrasenplatz angestoßen hatte und es als "ihr Baby" bezeichnet.
Bürgermeister Ulrich Janssen sah sich gestern um rund 35 Jahre in die Vergangenheit versetzt. "Mein Vater hat damals als Vorsitzender des Tus Gelria 09 noch den ersten Rasenplatz in Geldern gebaut, und ich beseitige jetzt den letzten Ascheplatz", erzählt das Stadtoberhaupt. Janssen lobte außerdem das Engagement des Vereins, der eine "hohe Eigenleistung" erbracht habe, ohne die es diesen Kunstrasenplatz nicht geben würde.
Der Verein baute etwa die alten Ballfangzäune und Tore ab, pflasterte 1500 Quadratmeter um den Platz, baute auf der Südseite den Ballfangzaun wieder auf, fällte einige Bäume und schnitt Sträucher. In den kommenden Woche wird der Fußballplatz vom Deutschen Fußball Bund (DFB) abgenommen. Dazu kommt Karl-Heinz van de Locht vom Fußballverein Niederrhein (FVN) auf das Gelände am Holländer See.
Bis dahin müssen nur noch einige Pflastersteine rund um den Platz, die derzeit noch hochstehen, flach angeordnet werden. Danach gibt's die ersten Trainingskicks auf dem künstlichen Grün, das erste Spiel wird voraussichtlich am Samstag von der F-Jugend bestritten. Am Sonntag soll die erste Mannschaft folgen. Aus dem "Material-Käfig" soll nun tatsächlich auch noch etwas Neues werden. Wenn auch nicht eine Schlafmöglichkeit für Bauleiter Cleve. Stattdessen soll für die Spieler dort ein Unterstand gebaut werden, den sie etwa in der Halbzeitpause nutzen können.
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