Gelderland: Noten für Schulen in der Kritik
VON FABIAN VIDACEK - zuletzt aktualisiert: 31.08.2010Gelderland (RPO). Das Internetportal "schulradar.de" ermöglicht es Schülern und Eltern, Schulen online zu bewerten. Betreiber der Seite ist die "Spickmich GmbH", die mit ihrem gleichlautenden Lehrerbewertungsportal bereits für Aufsehen sorgte.
Das Friedrich-Spee-Gymnasium in Geldern schneidet im Bewertungsportal der Internetseite "schulradar.de" durchschnittlich ab. 108 Schülerwertungen geben dem Gymnasium im Bereich der Sportmöglichkeiten im Durchschnitt die Note 2,2, die Mitbestimmungsmöglichkeiten bewerten die Schüler mit der Note 3,4. Bei den Elternbewertungen, sieben Stück an der Zahl, bekommen die unterrichtsbegleitenden Aktivitäten die beste Note (1,8), das Kriterium "individuelle Förderung" lediglich eine 3,0. Schulleiter Karl Kirchhart hält vom Bewertungsportal jedoch wenig: "Die Art und Weise der Benotung ist nicht durchsichtig, die ,Umfrage' ist nicht repräsentativ und erst recht nicht objektiv".
Neben dem Internetportal "spickmich.de", auf dem Schüler ihre Lehrer bewerten können, gibt es seit zwei Jahren auch die Plattform "schulradar.de". Die Seite soll Eltern in Deutschland als Informationsquelle für die Schulwahl helfen, indem sie Schülern und Eltern ermöglicht, als registriertes Mitglied anonym bis zu fünf Schulen zu benoten. Doch nicht selten sind kritische Stimmen über das Bewertungsportal zu hören. So warnt der deutsche Lehrerverband vor einer anonymen Denunziation der Lehrer über das Internet und schlägt als Alternative vor, dass direkte Gespräch bei Problemen zwischen Lehrern, Schülern und Eltern zu suchen.
Schulleiter raten ab
Auch Johannes Schriefers, Leiter der Sankt-Anno-Hauptschule in Straelen, ist vom Nutzen des Bewertungsportals wenig überzeugt. Seine Schule schloss durchschnittlich eher schlecht ab, 23 Schülerwertungen gaben dem Kriterium der "Unterrichtsausfälle" mit einer 2,9 die beste Note, am schlechtesten seien die Essensmöglichkeiten und das Schulgebäude (beide 4,2). Was Schriefers stört, sind die anonymen Räume im Internet, in denen man seine Klagen loswerden könne, anstatt persönlich das Gespräch zu suchen.
"Hier lässt sich auch leicht Missbrauch betreiben, etwa von frustrierten Schülern", so Schriefers. Seine Schule hätte bei der Qualitätsanalyse des Schulministeriums NRW mitgemacht und dabei weitgehend positiv abgeschnitten.
Die eigenen Schüler?
"108 Nutzer haben unsere Schule benotet, insgesamt haben wir aber fast 1000 Schüler", kritisiert auch Schulleiter Kirchhart vom Friedrich-Spee-Gymnasium das Verfahren. Außerdem wisse man noch nicht einmal, ob es wirklich die eigenen Schüler seien, die die Noten geben. Zwar würden ihn solche Seiten nicht besonders stören, doch sollten sich Eltern die potentielle Schule ihres Kindes nicht nach solchen Bewertungsportalen im Internet aussuchen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum


