Geldern: OffsideOpen am Holländer See
VON CHRISTIAN HERRENDORF - zuletzt aktualisiert: 14.07.2007Geldern (RPO). Der künstlerische Leiter des neuen Festivals, Burkhard Hennen, gab gestern den neuen Standort bekannt. Der Wechsel habe sich als Glücksfall erwiesen – ebenso wie eine gestern verkündete Programmänderung.
Wahrscheinlich könnte auch eine Heuschreckenplage über Geldern kommen oder ein mehrwöchiger Hagelsturm am Niederrhein wüten, Burkhard Hennen würde immer noch einen Weg finden, das „OffsideOpen“ zu veranstalten. Eine Stunde, nachdem feststand, dass das neue Festival nicht im Waldfreibad Walbeck über die Bühne gehen wird, hatte der künstlerische Leiter einen neuen Standort gefunden, den er gestern bekannt gab. Jazz und Weltmusik gibt es vom 17. bis 19. August am Holländer See in Geldern.
„Verlässliche Partner“
„Das ist ein wunderbares Gelände, idyllisch am früheren Freibadsee gelegen und von alten Bäumen umgeben“, schwärmte Hennen gestern. Der Holländer See besitze den Vorteil, nah an Bahnhof und Innenstadt zu liegen, so dass auch Handel, Gastronomie und Hotels in Geldern vom Festival profitierten. Zudem haben die Organisatoren im GSV den „verlässlichen Partner“ gefunden, den sie bisher gesucht hatten, sagte Hennen. Der sich anscheinend im Gegensatz zum Walbecker Bäderverein in Zurückhaltung übt. „Für uns steht das Event im Vordergrund, denn das ist gut für Geldern“, sagte die Vorsitzende Roswitha Schulz.
Festival-Karten
Preise
Festivalticket 62 Euro
Festivalticket Jugend 31 Euro
Tagesticket 32 Euro
Tagesticket Jugend 16 Euro
Vorverkauf
Derzeit ausschließlich im Internet auf www.offsideopen.com und www.eventim.de (ab Montag).
Größeren Schaden hat der Veranstalter durch den Umzug nach eigenem Bekunden nicht genommen. Er stoppte den Vorverkauf für sieben Tage, empfing nur zwei Karten-Rückgabewünsche und wird auch die neuen Plakate und Flyer rechtzeitig erhalten. „Unsere größte Sorge war, dass die Sponsoren sagen, die Geschäftsgrundlage falle mit dem Wechsel weg. Aber ich kann versichern, dass nicht einer unserer Partner zurückgetreten ist.“ Vertreter der Hauptsponsoren saßen bei der gestrigen Pressekonferenz mit Hennen auf dem Podium.
Neue Gäste
Dass sich auch das Programm geändert hat, hängt nicht mit dem Umzug zusammen, sondern dem überfüllten Terminkalender von Archie Shepp. Der Saxofonist sollte am Freitagabend in Geldern spielen, hatte zugleich aber ein Konzert in New York zugesagt. Seine Entschuldigung verband Shepp mit dem Angebot, im nächsten Jahr ohne Gage beim „OffsideOpen“ zu spielen. Shepps Kollege David Murray half die Lücke zu schließen. Er reist nun mit dem World Saxophone Quartet an, dem laut New York Times „wichtigsten und innovativsten“ Jazzensemble der vergangenen 30 Jahre. „Political Blues“ nennen die vier Bläser ihre musikalische Auseinandersetzung mit der Politik von US-Präsident Bush.
Als weitere neue Gäste haben sich der Düsseldorfer Schlagzeuger Frank Köllges und der Kölner Schauspieler Till Brinkmann angekündigt. Sie präsentieren überall auf dem Festivalgelände Gedichte von Thomas Kling. Hennen: „Die brauchen keine Bühne, nur Strom.“
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