Gelderland: Ohne Spritze gegen Schädlinge
zuletzt aktualisiert: 22.06.2009Gelderland (RPO). Abgefressene Blätter und andere Verwüstungen sind ein Anblick, der bei Gartenfreunden gelegentlich Tobsuchtsanfälle auslöst. Reflexartig möchte er da zur Giftspritze greifen. Doch mit der chemischen Keule sind auch Nachteile verbunden, indem Haustiere und Nützlinge in Mitleidenschaft gezogen werden. Lisa Mauch, ambitionierte Hobbygärtnerin und Mitglied der Gesellschaft der Staudenfreunde, weiß: "Schnecken, die das Gift Schneckenkorn fressen, trocknen aus." Fresse nun ein Igel ein solches Tier, sterbe er ebenfalls. Es gibt aber auch natürliche Methoden, unliebsamer Gäste im Garten Herr zu werden.
Einige Gartenfreunde schwören auf Kaffeemehl als Schutzwall gegen Schnecken. "Die Erfahrungen sind allerdings sehr unterschiedlich", berichtet Gaby Vohwinkel-Levels, Umweltbeauftragte der Stadt Geldern. Auch Quarzsand soll helfen. "Da gehen Schnecken nicht drüber, denn er ist trocken, und das mögen sie nicht", erklärt Harald Richter, Lehrer für Gartenbau am Berufskolleg Geldern. Eine andere Variante sind Bierfallen, in denen die Kriecher ertrinken sollen. Wichtig ist der richtige "Einbau": Plastikschalen vor den Pflanzen einbuddeln und halb mit Bier füllen. Die Falle täglich säubern.
Eier erfrieren
Ein probates Mittel gegen Schnecken ist laut Annette Schönebeck, Gartenbautechnikerin in der Grünflächenabteilung der Stadt Geldern, die gute Bodenbearbeitung im Spätherbst und im zeitigen Frühjahr. Das Umwälzen der Krume befördert die Schneckeneier nach oben und lässt die Insassen erfrieren. Der Gartenfreund sollte Schnecken mit Häusern als Bundesgenossen betrachten: Die fressen die Eier von Nacktschnecken. Auch Kröten tun sich an den Kriechtieren gütlich, verrät Lisa Mauch.
Wer sich beim Absammeln von Schnecken lange Wege ersparen möchte, sollte Folgendes beherzigen: Mit Plastiktüten, umgekippten Blumentöpfen, Blätterhaufen oder einem Holzbrett für schattige und feuchte Plätzchen sorgen, unter die sich die Schnecken tagsüber zurückziehen. Effekt: Einmal zugreifen, viele Schnecken erbeuten. Blattläuse sind andere lästige Gartengäste. Schmierseifenlösung soll helfen. "Sie sollte allerdings sehr verdünnt versprüht werden und keinesfalls bei Sonnenschein, weil sonst die Blätter verbrennen", raten die Expertinnen. Ist der Befall zu stark, "schneide ich die Spitzen der Pflanzen raus", erklärt Lisa Mauch. Oder sie warte auch Hilfe von oben: "Kohl- und Schwanzmeisen und auch Marienkäfer fressen die Läuse." Die gefiederten Freude machen sich mit Eifer auch über Raupen her. Generell gelte: Eine widerstandsfähige und gesunde Pflanze macht weniger Probleme. "Denn Läuse gehen lieber an kränkliches Grün", so Mauch. Daher sei Düngen und Wässern unerlässlich.
Am besten jäten
Unkraut auf Wegen kann abgeflämmt werden. Ansonsten: jäten. Und Wurzelunkräuter keinesfalls auf den Komposthaufen werfen. Denn Giersch und Quecke regenerieren sich dort – und der Gartenfreund kommt vom Regen in die Traufe.
Morgen Garten für Erwachsene (Teil 12): Ehepaar mit einem außergewöhnlichen Garten.
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