Straelen: Perspektive für Kastanienburg
VON MICHAEL KLATT - zuletzt aktualisiert: 26.02.2008Straelen (RPO). Die Betreiber des 120-Hektar-Gewächshausprojekts wollen den Technologietransfer für den niederrheinischen Gartenbau sowie die Verbindung von Ökologie und Ökonomie.
Eine einmalige Chance für den Gartenbau in der Region sieht Willi Fitzen, Vorstandsvorsitzender des Gartenbau-Vermarkters Landgard eG in Herongen, in dem Gewächshausgebiet, das in Kastanienburg geplant ist (die RP berichtete mehrfach). Wie er gestern im Gespräch mit der RP erklärte, soll die Glashauszusammenballung auf rund 120 Hektar den Greenport Venlo über die Grenze hinweg ausweiten, bringt moderne Technik in die niederrheinische Landwirtschaft und lässt sie damit wettbewerbsfähig bleiben und verbindet Ökonomie und Ökologie.
Investoren fast kriminalisiert
Punkte, die aus Fitzens Sicht in der bisherigen Behandlung des Themas kaum oder überhaupt nicht vorkamen. „Durch Gerede sind Irritationen entstanden, die weh tun“, sagte der Landgard-Chef . Überall würden Investoren gesucht, während sie im Fall Kastanienburg fast kriminalisiert würden. Gerüchte wiesen Projektbeteiligten immer wieder falsche Rollen zu.
SPD will Ablehnung
Antrag Die SPD-Fraktion bringt zur heutigen Sitzung des Bauausschusses einen Antrag als Tischvorlage ein, der sich gegen den Bau von „Riesengewächshäusern auf dem Gebiet der Stadt Straelen“ richtet. Diese Gebäude, „verniedlichend Gartenbaucluster genannt“, verletzten des Streben des Rates nach einem Gleichgewicht von Ökonomie und Ökologie.
Termin Die Ausschusssitzung beginnt heute um 18 Uhr im großen Sitzungssaal des Rathauses.
So ist laut Fitzen die Venloer Firma „mela“, die das Vorhaben während des Informationsabends am 24. Januar vorstellte, nicht der Projektentwickler, sondern lediglich der Projekt-Manager. Die Projektentwicklungsgesellschaft namens „Kastanienburg GmbH“ wird in den nächsten Wochen gegründet. An ihr ist Landgard eG mit 50 Prozent beteiligt. Die andere Hälfte bezahlt die Venloer „Stichting Tuinbouw Innovatie“, hinter der wiederum die Rabobank Venlo als Finanzier sowie die von rund 30 Mitgliedern gebildete Stiftung „Fossa Eugenia“ aus Venlo stecken, die den Gartenbau auf alle mögliche Weise unterstützt. Die Investoren werden später die deutschen und niederländischen Gärtner, die sich mit ihren Betrieben von drei bis zehn Hektar Größe die Gesamtfläche in der, so Fitzen „Gärtnersiedlung Kastanienburg“ teilen.
Die Darlehen dafür will ihnen die Rabobank geben, wie Generaldirektor Dick Hak versprach. Deutsche Banken, erklärte Fitzen hierzu, sähen Gewächshäuser bisher nicht als beleihbar an. In den Niederlanden hingegen genieße Landwirtschaft einen höheren Stellenwert als hierzulande. „Wir wollen die Kosten so niedrig wie möglich halten, um möglichst vielen Gärtnern ein Mitmachen zu ermöglichen“, kündigt Hak an.
Das Projekt werde in Abstimmung mit dem Naturschutz verwirklicht, versicherte „mela“-Vertreter Jan Mevissen. 50 Hektar des Areals würden ökologisch gestaltet. Die gemeinsame Energieversorgung ist laut Fitzen einer der Synergie-Effekte. Sie soll nach Darstellung Haks „so grün wie möglich“ erfolgen.
Interesse hat Mevissen nach der Informationsveranstaltung im Forum von Jungpflanzenbetrieben unter anderem aus Straelen, Geldern und Kevelaer signalisiert bekommen. Im Jahr 2010, so die Annahme, sollen die Bauten stehen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum


