Geldern: Pofalla: So wurde ich verhaftet
VON CHRISTIAN HERRENDORF UND ULLI TÜCKMANTEL - zuletzt aktualisiert: 24.05.2008Geldern (RPO). Der CDU-Generalsekretär und Bundestagsabgeordnete des Kreises besuchte am Freitag Geldern. Schülern des FSG erklärte er, warum er es in die Politik ging und welche Tricks er mit seinem Handy beherrscht.
Freitag, 14 Uhr, gilt bei Schülern nicht als bevorzugte Zeit, sich länger als unbedingt nötig in den pädagogischen Hallen aufzuhalten. Mehr als 50 von den Schülern des Gelderner Friedrich-Spee-Gymnasiums blieben gestern trotzdem – um CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla, der gestern die Herzogstadt besuchte, Fragen zu stellen.
Als Schülersprecher angefangen
Für das Interesse der Schüler revanchierte sich Pofalla mit einigen Anekdoten aus der Hauptstadt und den Anfangstagen seiner politischen Karriere. In Bonn zum Beispiel wurde der Christdemokrat einst kurzfristig verhaftet. „Ich sollte Norbert Blüm zu einem Treffen beim Dalai Lama begleitet, und bin mit meinem alten Schrottauto dahingefahren. Als die Sicherheitskräfte am Hotel mich anhielten und fragten, wo ich hin wolle, sagte ich ,Zum Dalai Lama.’ Das hat dazu geführt, dass die mich festgenommen haben, weil sie dachten, ich sei ein Spinner“, erzählte Pofalla im FSG.
Noch Fragen?
Angebot Nach einer Stunde im Gymnasium musste Ronald Pofalla zum nächsten Termin. Er bot den Schülern aber an, ihm eine E-Mail zu schreiben, wenn sie weitere Fragen hätten.
Umsetzung Am Fuß der Internetseite www.ronald-pofalla.de steht der Punkt „Kontakt“ und ein entsprechendes Formular.
Der Ort für die Diskussion war gut gewählt, denn Pofallas Karriere begann ebenfalls in einer Schule – und mit Ärger über die CDU. Als Schülersprecher wollte Pofalla in Weeze einen Raum für die Schülervertretung haben. Der Gemeinderat mit CDU-Mehrheit lehnte ab. Pofalla besuchte deshalb mit seinem Team die Ratssitzung und lernte dort die Politiker kennen, die ihn in die CDU brachten.
Beeindruckt zeigten sich die Schüler von den SMS-Künsten des Generalsekretärs. „Wenn ich muss, kann ich in der Hosentasche schreiben, ohne dass es einer merkt“, sagte Pofalla.
Im anschließenden Gespräch mit Vertretern von Rat und Stadtverwaltung ging es vor allem um soziale Fragen. Ein Dorn im Auge ist zum Beispiel Kämmerer Hans Horster, dass die Stadt keine Handhabe hat, Hartz IV-Empfängern einen Teil der Bezüge zu streichen, wenn diese für ihre Kinder berechnetes Geld für eigene „Interessen“ ausgeben. Da die Außendienst-Mitarbeiter sich vor Besuchen anmelden müssten, bekämen sie teils regelrechte „Inszenierungen“ vorgeführt – bis hin zu Wohnungen, die offenkundig gar nicht bezogen seien. Pofalla: „Bei Super-Profis, die in der dritten Generation von Transfer-Leistungen leben, haben Sie keine Chance. Die tricksen Sie immer aus.“
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