Wachtendonk: Polizeiaufmarsch in Wankum
VON MICHAEL KLATT - zuletzt aktualisiert: 08.09.2010Wachtendonk (RPO). Rund 1000 Beamte aus ganz Nordrhein-Westfalen suchten am Dienstag nach dem vermissten Mirco. Sie durchkämmten Felder und Gärten. Von dem Jungen fand sich keine Spur.
Viel Zeit zum Reden hat der Mann mit dem olivgrünen Barett auf dem Kopf nicht. Er komme mit seinem Zug aus Recklinghausen, sagt er. Dann schlägt er sich ins Maisfeld an der L 39, in dem seine Kollegen bereits einige Meter zurückgelegt haben. Sie starten einen neuen Versuch, um den vermissten Marco aus Grefrath zu finden.
Mit Stöcken stochernd
Rund 1000 Polizeibeamte aus ganz Nordrhein-Westfalen waren gestern allein rund um Wankum im Einsatz. In ihren gelben Warnwesten waren sie gut auszumachen. Kolonnenweise durchkämmten sie die Gegend. Zum Beispiel das Gelände rund um die "Blaue Lagune" und den See selbst, wo Taucher im Wasser waren. Zum Beispiel das halb verfallene und schon seit jahren leer stehende "Miertz-Häuschen". Zum Beispiel den Grünstreifen an der Autobahn 40. Mit Stöcken stocherten sie im Gras und Unterholz.
Mittwoch geht es weiter
Nach Auskunft von Kreispolizeipressesprecher Heinz van Baal sind rund 40 Prozent des Gebiets, das sich die Polizei vorgenommen hat, durchsucht. Die Dunkelheit zwang zum Abbruch. Heute ab 9 Uhr wird die Suche nach Mirco fortgesetzt. Erneut sind die Polizeikräfte im Gebiet südlich der Autobahn 40 unterwegs.
"Wir haben keine konkreten Anhaltspunkte", sagte ein Polizist in einem Kleinbus. Das Fahrzeug trug von der Kolonnenfahrt aus Gelsenkirchen an den Niederrhein her noch eine grüne Flagge. Andere Wagen waren mit blauen Fahnen ausgestattet, Merkmal für die jeweiligen Positionen in dem Konvoi. "Wir durchforsten jeden Quadratzentimeter", beschrieb der Polizist die Vorgehensweise der Trupps.
Ein Anwohner vom Heideweg, einer Wankumer Siedlung südlich der Autobahn, bestätigte die Intensität der Suche. "Die haben hier die große Hecke auf links gedreht", berichtete Karl-Heinz Jacobs und zeigte auf das Blätterwerk. Auch in Briefkästen hätten die Polizisten geschaut und gefragt, ob etwas Außergewöhnliches aufgefallen sei. "Ich hoffe, dass sie den Jungen lebend finden", sagte Marion Kiwitt, die gerade ihren Hund auf einem Wirtschaftsweg Gassi führte. "Aber ich habe so meine Befürchtungen."
Hubschrauber kreist
Leichenspürhunde hatten die Polizisten dabei. Unterstützt wurden die Mannschaften am Boden durch einen Hubschrauber. Unablässig kreiste die Maschine über dem Gelände, blieb manchmal über einer Stelle stehen, um dann seine Runde fortzusetzen. Offensichtlich gelang es auch den Beobachtern aus der Luft nicht, Mirco aufzuspüren. "Wir haben nichts", sagten die Beamten auf Nachfrage immer wieder. Ständig wechselten sie ihre Positionen, um dann, manchmal in breiten Ketten, manchmal in Kolonnen, den nächsten Abschnitt zu durchsuchen.
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