Geldern: Polizeischutz fürs Internet
VON MONIKA KRIEGEL - zuletzt aktualisiert: 10.12.2008Geldern (RPO). Wer sich im Internet bewegt, sollte nicht sorglos sein. Darauf wies Kommissarin Birgit Stoll bei ihrem Besuch gestern in der Liebfrauen-Realschule hin.
„Wenn du durch die Stadt läufst, hast du dann ein Schild mit Namen und Adresse hinten drauf?“ Birgit Stoll vom Kommissariat Vorbeugung erntete irritiertes Kopfschütteln in der Klasse 7c der Liebfrauen-Realschule Geldern. Auf dem Stundenplan stand dort gestern eine Doppelstunde lang das Thema Internet, die Gefahren und Chancen dieses Mediums. Die Vorstellungsrunde brachte es an den Tag: Der überwiegende Teil der Zwölfjährigen besucht regelmäßig das WorldWideWeb, im Schnitt etwa eine Stunde pro Tag. „ICQ“ und „Schüler-VZ“ heißen die Chat-Rooms, über die Teenager sich austauschen.
In allen Klassen
Rundreise Birgit Stoll vom Kommissariat Vorbeugung besuchte alle Klassen der Liebfrauenschule und informierte Lehrer. Der letzte Eltern-Gesprächsabend zum Thema Internet-Gefahren findet am Mittwoch, 10. Dezember, statt.
Fahndung Über die individuelle IP-Adresse, die für jeden Internet-User vergeben wird, kann die Polizei im Verdachtsfall die wahre Identität abfragen.
Lüge herausfinden
Zur Einführung bat die Kommissarin jedes Mädchen, drei simple Aussagen (Lieblingsessen, -sport, -sendung) auf ein Blatt zu notieren, von denen eine nicht der Wahrheit einspricht. Diese Lüge sollte die Mitschülerin herausfinden. Das Ergebnis: Etwa ein Drittel hatte falsch getippt. Diese Aufgabe führte vor Augen, dass man selbst von Menschen, die man persönlich eine längere Zeit kennt, nicht alles weiß.
Wie sei es dann wohl erst im anonymen Internet? Mit dem Anmeldemodus gehe es schon los: Viele persönliche Daten würden beantwortet, aber meist nicht die Allgemeinen Geschäftsbedingungen gelesen. Wer im virtuellen Netz unterwegs ist, sollte die Chatrooms möglichst nicht mit der echten Identität betreten, sondern Nicknamen und Passwort verwenden, nicht auf dem PC speichern, diese aber bitte sicherheitshalber nur den Eltern verraten. Einen Trick, sich das Passwort, möglichst Buchstaben-, Ziffern- und Zahlenkombinationen zu merken, gab Birgit Stoll an einem Beispiel. Die Codierung „:19ItgdT63?“ stelle eine sehr hohe Sicherheit dar – etwa 19 Billionen Möglichkeiten – lasse sich trotzdem leicht behalten. Der Schlüsselsatz setzt sich aus den Anfangsbuchstaben zusammen: Ich tanze gerne den Tango, wird eingerahmt durch das Geburtsjahr und Satzzeichen.
Einen kritischen Blick sollten die Zwölfjährigen auf ihre Favoriten-Liste werfen. Prüfen, ob dort auch wirklich nur Personen zugelassen seien, die sie persönlich kennen. In einem beliebten Chatroom von Teenagern gebe es auch Täter, die über eine falsche Vita Kontakt zu jungen Erwachsenen suchen. Das Downloaden von Musik, die Rechtslage von Kopieren der Musikdateien und wann sie kostenpflichtig werden, darüber klärte die Beamtin auf, aber auch gleich mit dem Hinweis auf eine legale Adresse, über die man Musik kostenlos für den Hausgebrauch auf den PC laden könne.
Die Schülerinnen Hannah Valentin und Alicia Ripkens waren sich nach dem Besuch von Birgit Stoll einig: „Ich werde erst einmal mein Passwort ändern.“ KOMMENTAR
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