Geldern: Protest am Bürgerforum
VON MICHAEL KLATT - zuletzt aktualisiert: 06.06.2008Geldern (RPO). Vor der Sitzung des Schulausschusses machten Eltern, Lehrer und Schüler ihrem Unmut darüber Luft, dass die Michaelschule dem „Michaels4tel“ weichen soll.
Die Tendenz stehe auf Sturm, sagte ein Vater. Gemeinsam mit vielen anderen Eltern von Schülern der Michaelschule, mit Lehrern und mit Kindern hatte er sich gestern Abend am Bürgerforum postiert. Auf Plakaten und T-Shirts forderten sie die „rote Karte“ für die CDU und ein Bildungs-Schutzgebiet für die Michaelschule. „Wir kämpfen weiter, wir wollen die Schule am jetzigen Standort behalten“, kündigte Gabriele Beisel-Terporten für die Elternschaft an.
Planungsausschuss-Argumente
Die Mitglieder des Schulausschusses nahmen die Meinungsäußerungen der Bürger auf dem Weg zum Sitzungssaal zur Kenntnis. In der Diskussion wurde dann teilweise die Argumentation aus dem Planungsausschuss wiederholt, der am Abend zuvor mit der Mehrheit der CDU beschlossen hatte, die Planung für das „Michaels4tel“, in dem Handel, Gastronomie und Wohnungen untergebracht werden sollen, fortzuführen. Der Projektentwickler hatte deutlich gemacht, dass es ohne das Schulgebäude nicht geht. Folglich muss die Michaelschule umziehen.
Michaelschule
Die Verwaltung möchte auf dem Quartier, in dem sich die Michaelschule befindet, das „Michaels4tel“ errichten. Für die Grundschule könnte dann ein neuer Standort gefunden werden, vielleicht am Egmondpark.
Unter anderem über den neuen Standort soll sich eine Arbeitsgruppe Gedanken machen, deren Bildung der Schulausschuss einstimmig beschloss und die sich zu ihrer ersten Sitzung am 19. Juni im Bürgerforum trifft. Ihr gehören Vertreter der Schule, des Schulausschusses und der Verwaltung an. Moderiert und unterstützt wird die Runde von professionellen Schulentwicklungsplanern.
Vor der Abstimmung hatte Hermann Josef Eicker einmal mehr vergeblich versucht, die SPD-Linie durchzusetzen: Erst über den Schulstandort nachdenken, dann über das „Michaels4tel“. Die CDU wehrte sich gegen Vorwürfe, nicht glaubwürdig und gegen Gelderner Tradition zu handeln. „Wir stehen zur Gelderner Tradition“, betonte Johannes Leurs. Zur Glaubwürdigkeit gehöre die offene, ehrliche Diskussion und die klare Entscheidung.
Erste Beigeordnete Petra Berges sprach sich dagegen aus, einen Gegensatz „Konsum oder Bildung“ zu konstruieren. „Wir müssen für die Stadt alles berücksichtigen.“
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