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Geldern: Rehbock in Gelderns Innenstadt erschossen

VON ANJA SETTNIK - zuletzt aktualisiert: 30.04.2010

Ein Schuss erschreckte am Donnerstag gegen 11.30 Uhr einige Passanten und Anlieger der Gelderner Schlossstraße. Ein Streifenwagen war am Straßenrand geparkt, Anwohner blickten neugierig von ihren Balkons herab. Was war da los?

Die RP hörte sich um und fand es heraus: Im Auftrag des Kreisveterinäramts hatte Wilhelm Schnabel, bekannt als Falkner und Betreiber einer Greifvogelstation, mitten in der Stadt einen Rehbock erschossen. Woher das Tier kam, weiß niemand zu sagen – vermutlich hat es den Wald verlassen, ist über die Felder spaziert und hat sich dann in der Stadt verirrt.

Polizei informiert

Bereits am Morgen hatten die Bewohner eines Hauses an der Schlossstraße das Tier in ihrem Garten erblickt und die Polizei informiert. Die hat in solchen Fällen das Veterinäramt des Kreises Kleve als Ansprechpartner. Das wiederum kennt die Telefonnummern von vier Männern, die bei Bedarf ausrücken, um ein Tier zu betäuben. "Darunter sind Hunde ebenso wie Rinder oder Dam-Wild", erklärt Schnabel. Der Klever war, als sein Handy klingelte, gerade in Kranenburg-Niel unterwegs. Schnell besorgte er sich vom Veterinär das Betäubungsgewehr und machte sich auf den Weg nach Geldern. "Dort hatten die Augenzeugen das Tier in Schach gehalten, damit es nicht etwa auf die Straße sprang und den Verkehr gefährdete", erklärte Schnabel. Zu seinem Bedauern gelang es ihm nicht, den Betäubungspfeil ans Ziel zu bringen. "So ein Pfeil ist leicht und wird mit nicht sehr starker Druckluft geschossen. Der lässt sich von jedem Windzug und von jedem Zweig ablenken." Deshalb blieb dem Mann nichts anderes übrig, als letztlich scharf zu schießen.

Ein Jagdaufseher sei da gewesen und habe das erlegte Tier dem Pächter der Nachbarjagd übereignet. Geldern Innenstadt ist verständlicherweise kein Jagdbezirk. Kein Jäger darf dort schießen – nur jemand wie Schnabel und seine Kollegen, die eine polizeiliche Freigabe haben. Wäre das Grundstück mit Hecke und Mauer als Kugelfang nicht gut geschützt gewesen, wäre die Aktion noch schwieriger geworden und ohne Sperrung nicht möglich gewesen.


 
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