Geldern: Ringen um Zukunftskonzept
VON SVEN DURGUNLAR - zuletzt aktualisiert: 07.10.2008Geldern (RPO). Wie sieht Gelderns Innenstadt in zehn Jahren aus? Wie lässt sich der Laden-Leerstand beseitigen? Die Antworten der Parteien auf diese Fragen fallen unterschiedlich aus. Konsens soll ein Runder Tisch im November bringen.
Es geht um viel: Um nichts Geringeres als die Zukunft der Gelderner Innenstadt. Um Konzepte für die Zukunft zu erarbeiten, hat der Werbering einen Runden Tisch mit vielseitiger Beteiligung ins Leben gerufen. Im November will sich die Gruppe das erste Mal treffen.
„Es fehlt Geldern an einem richtungsweisenden Konzept für die Zukunft“, sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Hejo Eicker. Zwar gebe es bereits zahlreiche Ideen-Papiere, aber davon sei bisher wenig umgesetzt worden. Zu viele Fragen seien noch offen: Wie lässt sich der Leerstand unter anderem an der Glockengasse beseitigen? Wie sieht es mit dem geplanten Citymanagement aus? Eicker möchte vor allem die Bürger ins Boot holen: „Es gibt viel zu wenig Bürgerbeteiligung. Das sollten wir ändern.“
Der Runde Tisch
Teilnehmer Einzelhändler, Immonilien-Eigentümer, Makler, Banken, Politiker aller Partei-Fraktionen.
Initiator ist die Werbegemeinschaft zusammen mit der Stadtverwaltung. Die Industrie- und Handelskammer soll die Moderation des Runden Tischs übernehmen.
Erstes Treffen des Runden Tischs ist für November geplant.
Nachfrage nach Klein-Wohnungen
Für die CDU steht fest, dass sich die Wohnstruktur in der Gelderner Innenstadt verändern wird. Darauf müsse die Politik reagieren. „Die Tatsache, dass immer mehr ältere Menschen in Stadtnähe wohnen wollen, sorgt für eine größere Nachfrage nach kleinen Wohnungen“, sagt CDU-Fraktionsvorsitzende Marianne Ingenstau. Auch müssten neue Nutzer für zahlreiche Immobilien gefunden werden. Dazu gehörten das Polizeigebäude, das Finanzamt, Woolworth und eventuell Hertie. Dass ein Investor für das Michaelsviertel an die Stadt herangetreten sei, bezeuge, dass „der Bedarf für ein solches Einkaufszentrum in jedem Fall vorhanden“ sei.
Der Runde Tisch, den der Werbering nun ins Leben ruft, soll vor allem eines bringen: Einigkeit zwischen Politikern, Geschäftsleuten und Immobilienbesitzern. „Wir ziehen alle an verschiedenen Strängen“, sagt Grünen-Fraktionsvorsitzender Bernd Bianchi. Die Stadt Geldern müsse ihren Ruf als attraktive Stadt wahren, um im Wettbewerb mit anderen Städten gut da zu stehen. Dazu gehöre auch ein einheitliches Innenstadt-Konzept. „Wir haben schon Baustellen genug“, sagt Bianchi. „Wir brauchen keine weiteren.“
Darum sei seine Partei gegen die Ausbaupläne des Bahnhofsviertels. Für die Liberalen ist das dringendstes Problem der Ladenleerstand. Immer mehr Menschen würden kurze Wege in die Innenstadt bevorzugen, darum müsse die Infrastruktur verbessert werden und die Hartstraße zur Fußgängerzone werden. „Das Bahnhofsviertel kann mit dem großen Wurf nicht funktionieren“, sagt Belgard. Der Werbering hofft auf eine Einigung aller Parteien.
Vor allem sei es das Ziel, einheitliche Öffnungszeiten, Sicherheit und Sauberkeit in der Innenstadt zu erreichen. Darum hat er sich Unterstützung geholt: Moderieren wird den Runden Tisch die IHK.
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