Geldern: Ryanair: Zwei neue Strecken ab Weeze
VON CORINNA KUHS - zuletzt aktualisiert: 10.06.2010Geldern (RPO). Der irische Billigflieger Ryanair nimmt für den Winterflugplan zwei neue Verbindungen ab Weeze auf. Vom 2. November an starten Flieger vom Niederrhein nach Marseille und Madrid.
Flüge in die südfranzösische Hafenstadt werden dreimal wöchentlich angeboten, in die spanische Hauptstadt geht es sechsmal pro Woche. Der im Sommer in Weeze stationierte achte Jet der Fluggesellschaft behält damit auch im Winter den Niederrhein als Heimatbasis.
Gegen Luftverkehrsabgabe
Henrike Schmidt, Pressesprecherin von Ryanair, schloss nicht aus, dass es weitere neue Strecken im Winterflugplan geben wird. Airport-Geschäftsführer Ludger van Bebber bekräftigte: "Wir hoffen, dass das nicht die letzte positive Pressekonferenz in diesem Jahr war."
Erneut sprach sich Henrike Schmidt gegen die von der Bundesregierung geplante Luftverkehrsabgabe aus (RP berichtete). Um den Haushalt zu entlasten, sollen in Deutschland startende Passagiere einen Aufpreis zahlen. Zwar beteuerte Schmidt auch dieses Mal, dass Ryanair noch keine Pläne habe, wie das Unternehmen im Falle einer solchen Steuer reagieren werde. Aber sie zog einen Vergleich und malte damit aus, was auch in Deutschland passieren könne: Als eine ähnliche Steuer in Großbritannien und Irland eingeführt wurde, "haben wir uns stark zurückgezogen". In London-Stansted reduzierte die Fluggesellschaft ihre dort stationierten Flugzeuge um 20; in Dublin zog sie ein Drittel ab.
Ludger van Bebber appellierte ebenfalls in Richtung Berlin, "auf die Luftverkehrsabgabe zu verzichten". Sollte die geplante Abgabe durchgesetzt werden, müssten Passagiere mit einem Preiszuschlag von bis zu 15 Euro rechnen. Bei günstigen Tickets der Billigflieger seien das direkt 30 Prozent. Dies seien "unverhältnismäßige Dimensionen". Dass die Fluggesellschaften die Kosten selbst tragen und nicht auf die Kunden umlegen werden, sei keinesfalls zu erwarten. Das Sparpaket der Bundesregierung habe ihn überrascht, so van Bebber. Es hätte auch andere Möglichkeiten gesehen. Als Spitzenzeuerzahler wäre er beispielsweise bereit, noch höhere Steuern zu zahlen.
Verkehr nur verlagert
Am Beispiel der Niederlande, die eine entsprechende Steuer ("Eco-Tax") vor rund zwei Jahren eingeführt hatten, sei zu sehen, dass diese keinen Sinn mache. Es habe keinen positiven Auswirkungen auf die Umwelt gegeben. Der Flugverkehr sei zwar durch die Steuer in den Niederlanden zurückgegangen, habe sich aber nur ins Ausland verlagert. Die Wirtschaft und der Tourismus hätten unter der Abgabe gelitten. Das sei auch für Deutschland zu befürchten, sollte die Luftverkehrsabgabe eingeführt werden, sagte Ryanair-Sprecherin Schmidt.
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