Straelen: Schlaue Mäuse am PC
VON MICHAEL BÜHS - zuletzt aktualisiert: 29.10.2009Straelen (RPO). Das Montessori-Kinderhaus in Straelen verfügt über eine neue Lern-Software, mit der Kinder Sprache auf spielerische Weise lernen. Die Sprachkompetenz soll so gefördert werden.
Von hohem Besuch lassen sich Finn (6) und Luca (5) nicht so leicht beeindrucken. Während hinter ihnen fleißig Ansprachen gehalten werden, sind die beiden Jungs konzentriert bei der Arbeit. Sie sitzen, zusammen mit anderen Kindern des Montessori-Kinderhauses Straelen, am Computer und spielen die Lernsoftware "Schlaumäuse – Kinder entdecken Sprache".
Finn hat sich für ein Memoryspiel entschieden. Dabei muss er nicht nur Bilder zuordnen, sondern Begriffe, die sich reimen. "Was reimt sich auf Wand?", tönt es aus den PC-Lautsprechern. Auf dem Bildschirm erscheint die Zeichnung einer Wand. Da er vorher schon auf eine andere Karte geklickt hat, weiß Finn, wo sich das passende Gegenstück versteckt. Ein Klick, und auf dem Monitor taucht eine Hand auf. "Sehr gut", sagt die Computer-Stimme; Hand reimt sich auf Wand. Finn grinst begeistert. "Das ist lustig", sagt der Sechsjährige, und Luca stimmt zu: "Das Spiel macht richtig Spaß."
Das Lern-Programm
Die Software "Schlaumäuse" wurde von Microsoft Deutschland, dem Cornelsen-Verlag und der TU Berlin für Kindergärten, Kindertagesstätten und Kinder zwischen vier und sechs Jahren entwickelt.
Das Konzept Das Programm bietet einen "virtuellen Sprachspielplatz", auf dem Kinder die deutsche Sprache spielerisch entdecken und so auf die Grundschule vorbereitet werden.
Die Kosten Die Software ist kostenlos erhältlich im Internet.
Ein schönes Bild
Dies wiederum freut einen der Gäste ganz besonders. "Zu sehen, wie beschäftigt die Kinder mit der Lernsoftware sind, ist doch das schönste Bild", sagt Helmut Linssen. Der NRW-Finanzminister unterstützt das Schlaumäuse-Projekt: "Ich habe schon als Fraktionsvorsitzender das Thema Bildung immer hochgehalten", betont der CDU-Politiker. Ferner habe er festgestellt, dass Kinder beim Schuleintritt teils große Defizite bei der Sprache hätten. "Mit dem neuen Lernprogramm können wir dabei helfen, die Sprachkompetenz früh zu fördern und allen Kindern gleiche Startchancen zu bieten", erklärt Linssen.
Der große Eifer, mit dem Finn, Luca und ihre Freunde das Lernprogramm annehmen, ist auch Jörg Langemeyer nicht entgangen. "Man kann sehen: Die Kinder haben Spaß und lernen viel", meint Straelens Bürgermeister.
Auf das Schlagwort "lebenslanges Lernen" hat vor Langemeyer schon Dorothee Belz von Microsoft verwiesen. Die Software-Schmiede hat das Schlaumäuse-Programm entwickelt. "Sprache ist der Schlüssel und das Instrument für Denken und Lernen", sagt Belz. Mit dem neuen Programm wolle man das Potenzial des Computers nutzen und "das Lernen fördern. Den Kindern wird Sprache spielerisch beigebracht."
Vor allem bei Kindern mit Migrationshintergrund könne die Sprachentwicklung nachhaltig gefördert werden. Die Spiele haben zudem unterschiedliche Schwierigkeitsgrade, und die Kinder können selbst entscheiden, was sie spielen.
Das Montessori-Kinderhaus in Straelen ist der Startpunkt für den Kreis Kleve. "Wir erhoffen uns, dass das Schlaumäuse-Projekt einen breiten Einzug im Kreis hält", sagt Helmut Linssen.
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