Geldern: Schlechte Stimmung bei CDU
VON CORINNA KUHS - zuletzt aktualisiert: 11.12.2008Geldern (RPO). Der Stadtverbandsvorsitzende der Gelderner CDU steht auf Platz 1 der Reserveliste für den Rat. Ein Mandat ist ihm sicher. Im eigenen Ortsverband hatte er nur einen der letzten Plätze erreicht. CDU-Mitglieder finden das „dubios“.
In der Gelderner CDU brodelt es weiter. Mitglieder ärgern sich über den Stadtverbandsvorsitzenden Stefan Wolters, dessen Name bei der Aufstellungsversammlung auf Platz 1 der Reserveliste auftauchte. Damit ist ihm ein Ratsmandat sicher. Über die Reserveliste kommen Kandidaten in den Rat, die nicht über die Direktwahl einziehen.
Worüber sich die Mitglieder aufregen, ist das Prozedere, mit dem Wolters zur Nummer 1 wurde. „Dubios“ sei das, berichteten sie der RP. In seinem eigenen Ortsverband in Hartefeld hatte Wolters nur einen der letzten Plätze erreicht – und wäre damit Nummer 48 auf der Reserveliste gewesen, das Ratsmandat in weiter Ferne. Daraufhin beschlossen der Ortsverband Geldern und der Stadtverbandsvorstand mehrheitlich, Wolters auf Platz 1 zu setzen. Alle anderen Kandidaten rutschen einen Platz nach hinten.
Walbecker benachteiligt?
Besonders Walbecker fühlen sich benachteiligt. Hans Jentjens konnte seinen Ärger nicht verbergen: „Ich sehe nicht ein, dass wir Walbecker dadurch einen Platz nach hinten rücken. Der Ortsverband Geldern müsste Herrn Wolters einen ihrer Plätze zur Verfügung stellen.“
Patrick Simon, Ortsvereinsvorsitzender in Walbeck, versuchte den Ärger gestern auf Anfrage zu relativieren: „Natürlich kann ich den Ärger verstehen. Aber aus Walbecker Sicht bringt das nichts.“ Jedoch auch Mitglieder anderer Ortsverbände nehmen weder das Vorgehen noch die Platz-Verschiebung kommentarlos hin.
Und so wurde der Wolters-Platz am Dienstagabend nach längerer Diskussion und auf Antrag des Ortsverband-Geldern-Mitglieds Lambert Freund von der Reserveliste abgekoppelt, um zu entscheiden, ob Wolters auf Platz 1 antreten soll. Mehr als jeder Dritte stimmte gegen den Stadtverbandsvorsitzenden. Der sah die Entscheidung positiv: „Ich finde schön, dass das Ergebnis so deutlich ausgefallen ist.“
Dass er für den Rat kandidiert, sei nicht sein Wunsch gewesen, erklärte er gegenüber der RP: „Die Initiative kam vom Gelderner Ortsverband.“ Fraktionsvorsitzende Marianne Ingenstau hatte das Nicht-Wollen offenbar ganz anders wahrgenommen. Auf Nachfrage sagte sie: „Herr Wolters wollte gerne in den Rat, sicherlich.“ Ein Stadtverbandsvorsitzender gehöre auch in den Rat.
Schlechte Zahlen für Bürgermeister
Unbeeindruckt zeigte sich Ulrich Janssen über sein mäßiges Wahlergebnis: 31 stimmten gegen, 69 für ihn als Bürgermeisterkandidaten. „Ich freu’ mich über das Ergebnis, weil damit die erste wichtige Hürde genommen worden ist. Und ich freu’ mich auf den Wahltag, um zu sehen, wie die Wähler die Arbeit beurteilen, die ich geleistet habe.“
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