Geldern: Schmierereien mit Graffiti bekämpfen
zuletzt aktualisiert: 20.08.2010Geldern (RPO). Karla Leurs weiß nicht, wie oft sie die Außenmauer ihres Anwesens der schon überpinselt hat. Immer wieder wurde die Wand besprüht, jedes Mal griff die Geschäftsfrau zu Farbe und Pinsel, meist dauerte es nicht lange, bis die Mauer wieder beschmiert war.
Derzeit "zieren" insbesondere die Kürzel der Schmierer, Tags genannt, das Mauerwerk. Karla Leurs zeigt auf einen Stromkasten neben der Mauer, auch er ist verschmiert. "So sieht es an vielen Stellen in der Stadt aus", sagt sie.
Zum Straßenmalerwettbewerb am Sonntag, 29. August, möchte sie nun ein Zeichen gegen die Schmierereien setzen, mit Hilfe professioneller Graffiti-Sprayer. "Ich weiß selber noch nicht, welches Motiv danach auf der Mauer zu sehen sein wird", sagt die Geschäftsfrau lachend, "aber ich freue mich schon sehr darauf und lasse mich überraschen."
Der Kontakt zu den Sprayern aus Mönchengladbach kam über ihren Bekanntenkreis zustande, nachdem Karla Leurs mehrfach erzählt hatte, wie sehr sie sich von den Schmierereien gestört fühlt. Die drei Profis werden wahrscheinlich zwei Tage benötigen, um die komplette Mauer mit einer Fläche von rund 50 Quadratmetern komplett zu besprühen.
"Damit möchte ich ein Zeichen setzen", betont die Geldernerin, "ich will auch andere Privat- und Geschäftsleute zu so einem Schritt ermutigen." Sie hofft, dass die Mauer entlang der Hülser-Klostergasse ein "echter Hingucker" wird, über den sich die Leute freuen.
Ungeschriebenes Gesetz
Und sie hofft auf einen weiteren Effekt: Unter Gaffiti-Sprayern gibt es das ungeschriebene Gesetz, andere Graffiti nicht zu übersprühen. "Ich habe nichts gegen gute Graffiti", sagt Karla Leurs, "und das möchte ich damit zeigen. Vielleicht können sich auch diejenigen, die die Wände bisher beschmiert haben, an den professionellen Bildern ergötzen." Zuschauer sind während der Spray-Aktion am Sonntag, 29. August, übrigens ausdrücklich willkommen.
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