Geldern: Schranke: Bahn hält Kreis hin
VON CHRISTIAN BREUER - zuletzt aktualisiert: 12.12.2011Geldern (RP). In einem Brief an den Bahn-Vorstand will sich der Kreis Kleve darüber beschweren, dass seit Mai der Übergang am Holländer See für Radfahrer gesperrt ist. Die Bahn will keinen Termin mehr für eine Lösung nennen.
Der Geduldsfaden ist endgültig gerissen: Seit Mai ist der neue Radweg entlang der Straße "Am Holländer See" fertig. Und seit Mai ist der neue Radweg am Bahnübergang gesperrt, weil die Deutsche Bahn es nicht schafft, dort eine Schranke für den Radweg einzurichten. Sowohl bei der Kreisverwaltung, die für diese Straße zuständig ist, als auch bei der Stadt Geldern ist der Ärger greifbar.
Im September noch machte die Bahn "technische Schwierigkeiten" für die Verzögerung verantwortlich und rechnete mit einer Lösung "frühestens Ende des Jahres", wie ein Sprecher damals auf Nachfrage mitteilte. "Bis Ende 2011 wird das leider nicht der Fall sein", sagte nun ein anderer, ebenfalls nicht namentlich genannter Bahn-Sprecher, auf erneute Nachfrage unserer Redaktion. Das sei "nicht befriedigend", so der Sprecher weiter.
Erhöhte Vorsicht
Auch der Polizei ist die Schranke an der K40 bereits bekannt. Unfälle hat es dort bislang noch nicht gegeben. Polizei-Sprecher Manfred Jakobi mahnt dennoch zu erhöhter Wachsamkeit. Und rät Radfahrern, lieber abzusteigen und das Rad über den Grünstreifen zu schieben.
Kreis-Pressesprecher Eduard Großkämper sagt deutlich, was er von der ganzen Situation hält: "Es ist sehr ärgerlich, dass das noch immer nicht erledigt ist. Gespräche und Telefonate laufen ins Leere." Es gebe eine klare Aussage von der Bahn, dass die Arbeiten durchgeführt werden, aber dennoch geschehe nichts. "Wir müssen den Eindruck gewinnen, dass wir von der Bahn hingehalten werden", sagt der Kreis-Sprecher und ergänzt: "Darüber sind wir äußerst verärgert."
Die Stadt Geldern ist zwar für den Radweg, der entlang einer Kreisstraße verläuft, nicht verantwortlich, der Weg liegt aber auf Stadtgebiet. Auch in Geldern reagiert man verschnupft auf die Verzögerungen. "Wir hatten uns auf den neuen Radweg gefreut, dass er jetzt nicht benutzt werden kann, darüber ärgern wir uns schon", sagt Herbert van Stephoudt als Sprecher der Stadt.
Alle Beteiligten hätten schon lange gewusst, dass der Radweg gebaut wird. Der Stadtsprecher macht den Handlungsbedarf deutlich: "Dort fahren viele Kinder, zum Beispiel zum Sportplatz. Durch den Radweg sollte es sicherer werden. Jetzt muss auch noch ein Schlenker gemacht werden, dadurch ist es noch gefährlicher geworden."
Der Kreis Kleve will sich offenbar nicht länger hinhalten lassen. "Wir werden einen Brief an den Bahnvorstand schreiben, um uns über die Situation zu beschweren", kündigt Großkämper an.
Bei der Bahn will man unterdessen keine Aussagen mehr über die Vollendung der Schrankenanlage machen. "Wir können kein Datum nennen", heißt es aus der Pressestelle.
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